Die Thätigkeit des Mannes wird von Außen gefordert, die Thätigkeit der Frau muß aus eignem innerem Dra ng ſich entwickeln, ihre Befähigung muß über ihre Beſchäftigung entſcheiden. An dem Drang nun fehlt es ſelten, aber wohl an der Hand, die ihn richtig leitet, oder ihn auf alle Weiſe zu wecken ſucht, wo er vielleicht nicht vorhanden wäre. Aber weil es eine Maſſe von Frauen gibt, für die die Sonne auf⸗ und niedergeht, ohne daß der Schweiß eines Tagwerks auf ihrer Stirn zu perlen brauchte, darum muß es ihnen zur erſten moraliſchen Pflicht gegen ſich ſelbſt gemacht werden, zu arbeiten und thätig zu ſein. Könnte doch meine Stimme bis dorthin dringen, wo Müßiggang und Genußſucht ſich auf ſei— denen Polſtern wiegen, könnte ſie dieſen überſättigten und übermüthigen Frauen gebieten: Arbeit für Alle und Arbeit vor Allen für euch, damit Frauenwürde und Frauenſtolz unter euch neu erſtarke, daß ihr geſundet an Geiſt und Seele, daß der ganze hohle Apparat eurer Seelenſchmerzen und eingebildeten Leiden, die nur dem Müßiggang entſpringen, zertrümmert würde.
Aber an jene Pforten anzupochen iſt vergebens— und darum preiſen wir euch glücklich vor Allen, ihr Frauen des Mittelſtandes, die ihr von der Geburt ſchon an jenen Platz geſtellt ſeid, welcher zur Entwickelung aller eurer Kräfte der zweckmäßigſte iſt— aus euren Reihen allein kann eine beſſere Frauenwelt hervorgehen, wenn ihr eure Aufgabe begreift und gründlich jener Nachäfferei der vornehmen Stände entſagt, die euch ſchon halb gefangen genommen hat.
Genügende Glücksgüter oder vornehmer Stand, ſie über⸗ heben euch nicht der Pflicht, praktiſch zu wirken, und eben ſo
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