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Die Frauen und ihr Beruf : ein Buch der weiblichen Erziehung / in zusammenhängenden Aufsätzen niedergeschrieben von Frauenhand
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geiſtige Ausbildung aus einem Guſſe empfinge, die es auch wirklich berechtigte, ſich das Prädieat: gebildet, beilegen zu laſſen. Wenn bis zu dieſem Alter ein geregeltes Lernen fort⸗ geſetzt wird, das keineswegs die ganze Zeit in Anſpruch nimmt, ſondern noch Raum läßt für die gleichzeitige häusliche Aus⸗ bildung und ſomit weder dem Körper ſchadet, noch den Geiſt zu hoch hinaufſchraubt, dann hat der Letztere eine beſtimmte Richtung empfangen und iſt im Stande, hierauf für ſich weiter zu bauen und zu lernen. Das ächte Weib iſt für unſere Zeit undenkbar ohne geiſtige Bildung, es gibt für ſie keinen anderen Halt gegenüber den Thorheiten und Schwächen ihres Geſchlechts, deſſen heutige Thatenloſigkeit und Aeußerlichkeit den beſten Beweis dafür liefern, daß es die wahre Bildung noch nicht gefunden hat.

Was können uns jene jungen Kinder nützen, die aus der Schule heraus nicht eilig genug in's Leben treten können, ohne Ahnung eines höheren Berufes, eines ernſteren Strebens? Aus ihren Reihen wird nur ſelten die tüchtige Mutter, das ächte Weib hervorgehen. Trunken vom Glanze der Ball- und

Geſellſchaftsſäle ſchweben ſie wie im Traume durch ihre Ju

gend; aber wohl ſelten birgt ſich unter dem flatternden Ge⸗ wande das ſtarke Herz, die hochbeſchwingte Seele, deren die Frau doch ſo ſehr, ſo nothwendig bedarf. Wie lieblich rau⸗ ſchen einige Jahre dahin, leichtbeſchuht und voll Glanz, aber die Scene muß ſich ändern, das wirkliche Leben klopft an die Pforten. Wie Viele dann wird es zum Kampfe mit ſich bereit finden? wie Viele ſind dann ſeinen gerechten Anſprüchen ge⸗ wachſen? Ob die Ehe oder das Lvos der Unverheiratheten