Gleichberechtigung des Mädchens mit dem Knaben in der Erziehung.
Das andre Geſchlecht kann und darf ſeiner Natur und ſeiner ſchönen Beſtim⸗ mung nach mit dem Männlichen nie die Wiſſenſchaft, aber durch das Medium der Darſtellung kann es mit demſelben die Wahrheit theilen.—
Schiller.
Die geiſtige Conſtitution der Frau iſt von der des Mannes ſo weſentlich verſchieden, daß alle Beſtrebungen, dieſe Ver⸗ ſchiedenheit zu verneinen und den Frauen das nämliche Feld der Wirkſamkeit zu erringen, immer und mit Recht als thöricht und unwahr bezeichnet werden mußten. Es gibt gewiß heute kaum eine vernünftige Frau mehr, welche Rouſſeau's Aus⸗ ſpruch: Je ne refuse pas à une femme mais aux femmes les facultés de l'homme! nicht beiſtimmt, denn es kann uns ja nur daran gelegen ſein, unſer eigentliches, weibliches Ge⸗ biet zu behaupten, welches in ſeiner Art eben ſo ausgedehnt iſt, wie das des Mannes, und welches immer mehr und mehr
Die Frauen und ihr Beruf. II. Auflage. 1


