Teil eines Werkes 
3. Theil (1862)
Entstehung
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wer ſo an zuckende Glieder und lebendige Verweſung gewöhnt iſt, der kann nicht aus feiner Faſſung kommen, wenn er einen Kranken im eigenen Bett einmal an Zer⸗ ſetzung des Blutes ſterben ſieht.

Regine dankte Luitgard durch einen Blick für die geſchickte Vertheidigung; Adrian fühlte ſich widerwärtig von derſelben ergriffen.

Welche Bilder malen Sie, gnädige Frau, welche peinliche Scenen treten auf's Neue vor mein Auge! ſagte er, ſich geſtreckt aufrichtend.Zuckende, getrennte Glieder, gräßlich, gräßlich, wie der Todeskampf vor⸗ hin!

Er änderte die Farbe ſo auffallend, daß Luitgard, in der feſten Ueberzeugung, Adrian ſei angeſteckt, Reginen leiſe rieth, nach dem Arzt zu ſchicken, und ſich eilfertig verabſchiedete.

Regine durfte ſich nicht von ihm entfernen; er benutzte ihre Gegenwart und Ergebenheit, um die Bil⸗ der ſeiner aufgeregten Phantaſie vor ihr aufzurollen. Es gewährte ihm Erleichterung, ſich auszuſprechen.

Nach und nach legte ſich ſeine Unruhe, und als ſein alter Hausarzt erſchien, fand er ihn in Wolle ge⸗ wickelt, Thee trinkend, die Füße auf der Wärmflaſche ruhend, in einer angenehmen Ermattung und heilſamen Tranſpiration.