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Der Obrist von Carpezan / von Ernst von Brunnow
Entstehung
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Noch weniger ich, fuhr der blaßgelbe Hehden fort, weder im Kriegsdienſt, noch bei den Frauen. Nichts aber hat mich mehr verdroſſen, als wie mich damals in Pilſen es war bald nach der ungluͤcklichen Affaire bei Budweis unſere ſchoͤne Obriſtin ein ganzes Vierteljahr lang mit ihren abgefeimten Buhl⸗ kunſten foppte und mich am Ende ſchnippiſch mit der langen Naſe abfertigte.

Davon kann ich auch ein Lied ſingen, tete Schlammersdorf,ich glaubte mich geliebt wie Held Siegfried von Prinzeſſin Chriemhild, und war nichts weiter als ein dummer Tanzbaͤr, der nach ihrem Pfeifchen ihr zur Kurzweil ſpringen mußte, bis ſie ihn veraͤchtlich mit dem Fuße wegſtieß. Aber, wie nur erſt der Rechte kam, da zeigte ſich's, weß Geiſtes Kind ſie war.

Troͤſtet euch mit mir, Kameraden, begann Duͤſter⸗ loh theilnehmend,mir ging es nicht beſſer; doch die Zeit der Rache iſt nicht fern. Ich kannte euere Kraͤn⸗ kungen, und war längſt ſchon Willens, mich mit euch uͤber dieſen Punkt zu berathen, verſpart es aber immer, bis ich erſt meiner Sache ganz gewiß ware. Jetzt aber frag' ich euch: Habt ihr Muth, oͤffentlich als Zeugen gegen die Obriſtin aufzutreten?

antwor⸗