132
Leidenſchaft eines Provengalen und betäubte ſich damit, daß Jaromir ſelbſt durch ungeſtuͤmes Bitten ſeine Ent⸗ fernung verhindert habe. Noch war die letzte Grenzlinie nicht uͤberſchritten, noch war Rettung durch raſche Trennung möglich. Aber die Wonnberauſchten verhull⸗ ten ſich dieſe verhaßte Moͤglichkeit und wollten ſich ſelbſt nicht daruͤber klar werden, wie weit ſie gehen duͤrften und koͤnnten. So flogen ſie wie ſchwaͤrmende Daämme⸗ rungsfalter immer dichter und kuͤhner um die verzeh⸗ rende Flamme; und immer naͤher und näher ruͤckte die drohende Entſcheidung.
Nachdem die deutſchen Huͤlfstruppen den Hollän⸗ dern die Feſtung Bergen op Zoom entſetzen geholfen und noch manchen andern wichtigen Dienſt geleiſtet hatten, ſuchte ſich der Prinz von Oranien dieſer ge⸗ fährlichen und wie in Feindes Land hauſenden Gäſte baldigſt zu entledigen. Reich belohnt wurden ſie verab⸗ ſchiedet und aus dem Gebiete der Republik entfernt.
Prinz Chriſtian von Braunſchweig zog nun mit ſeinen wilden Banden auf neue Abenteuer in den nieder⸗ ſachſiſchen Kreis, wo die proteſtantiſchen Stande ihn gegen den liguiſtiſchen General Tilly zu brauchen ge⸗ dachten. Graf Ernſt von Mannsfeld aber nahm von dem an Hollands Grenze gelegenen Oſtfriesland Beſitz,


