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Der Obrist von Carpezan / von Ernst von Brunnow
Entstehung
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Die Genien des Glucks, wie die des Unglucks, nahen ſelten allein. Mit dem Fuͤllhorn der Liebe zugleich ward auch das des Ruhmes und der Macht auf Friedrich's junges Koͤnigshaupt geſchuͤttet. Siegreich fochten ſeine Schaaren unter Thurn und Mannsfeld gegen Bouquoi in Boͤhmen und draͤngten dieſen gegen die Grenze des Erzherzogthums Oeſterreich zuruͤck. Das befreite Maͤh⸗ ren ſchloß ſich, wie fruͤher ſchon Schleſien, dem Koͤnig⸗ reich als verbuͤndetes Nebenland an. In Oeſterreich ſelbſt, wie in Steiermark, Kaͤrnthen und Krain regte ſich aufs Neue der politiſche und religioͤſe Freiheitsgeiſt. Aus Siebenbuͤrgen war Bethlen Gabor an der Spitze eines zahlreichen Heeres in Ungarn eingebrochen, hatte

ſich zum Beherrſcher des Landes gemacht und war im vollen Marſche gegen Wien ſelbſt begriffen.

Es war wieder fuͤr Deutſchland einer der großen Wendepunkte vorhanden, wo der Sieg der Reformation am entſcheidenden Eingreifen eines einzigen Mannes hing. Waͤre Friedrich von der Pfalz von einem thatkraͤftigen Heldengeiſte beſeelt geweſen, hätte er ſich an der Spitze ſeiner Boͤhmen vor Wien gezeigt und die Belagerung raſch und nachdruͤcklich begonnen, die Hauptſtadt wäre gefallen und Friedrich der Kaiſer des proteſtantiſchen Deutſchlands geworden. Aber der junge Koͤnig liebte