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Der Obrist von Carpezan / von Ernst von Brunnow
Entstehung
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„Bis in den Kugelregen der Schlacht!“ rief ſie mit begeiſterter Hingebung.

„Ha, ſo iſt es recht! Hab't ihr's gehoͤrt, Herr Stanislaus?— Jetzt friſch zum Tanz, du Herzens⸗ braut!“

Carpezun trat mit Ludmilla in den Kreis. Die Offiziere, dem Beiſpiel ihres Obriſten folgend, holten ſich ſechs der ſchoͤnſten Jungfrauen zu Tanzgefährtinnen und aufregend erſchallten die muntern Takte der Maſ⸗ ſurka zu den leidenſchaftlichen Bewegungen der luſt⸗ berauſchten Paare.

Hell flammten die Kerzen beim froͤhlichen Nacht⸗ bankett; hell klangen die Becher auf das Wohl der Neuvermählten und das der Brautleute. Nur der Vater war ſtill und ernſt geworden.

Ludmilla ſchwamm in einem Meer von Wonne. Nach Mitternacht fuͤhrte ſie die Schweſter in die mit Blumengewinden geſchmuͤckte Hochzeitkammer.„Gute Nacht, Schoͤnliebchen!“ ſprach ſie ſchalkhaft, die eigene Seligkeit des naͤchſten Tages vorempfindend.

Es währte lang', ehe der Schlummer die Seiden⸗ wimpern der ſchwarmenden Ludmilla ſchloß. Sie war zu gluͤcklich, um nicht wachen zu wollen; der Schlaf iſt der Freund der Leidenden. Endlich behauptete die