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Der Obrist von Carpezan / von Ernst von Brunnow
Entstehung
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es an den Schaͤrpen. Ha, wie ſchwer die Tritte die Treppe heraufſchallen! Mir iſt ſo wohl und bang zugleich

Ludmilla, wo biſt du, Ludmilla? toͤnte ſchon ganz in der Nähe eine tiefe männliche Stimme.

Die Thuͤrfluͤgel ſprangen auf, und vor den ſtau⸗ nenden Maͤdchen ſtand in voller Obriſtenruͤſtung der ſtattliche Ritter von Carpezan.

Hab' ich dich wieder? Biſt du endlich mein? rief er, mit äußerſter Leidenſchaftlichkeit die Geliebte umſchlingend.

Dein auf ewig! ſprach Ludmilla, ihm an die Bruſt ſinkend.

So laß uns hintreten vor deinen Vater, damit ich meine Werbung wiederhole. Er wird ſie nicht zum zweiten Male ablehnen.

O nur heut noch nicht, du Theurer, nicht ſo unvorbereitet ſetz' unſer ganzes Gluͤck auf das Spiel! Du weißt ja die Bedingung, die er uns damals ſtellte: erſt dann, wenn ein volles Jahr verronnen und ich dann noch uͤber dich dächte, wie jetzt, dann...

Damals iſt nicht heut, unterbrach ſie Car⸗ pezan heftig;er wird und kann heut nicht mehr nein

ſagen, darauf geb' ich dir mein Wort. Oder furch⸗