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Der Obrist von Carpezan / von Ernst von Brunnow
Entstehung
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Dienſte geleiſtet und zum Lohn dafür große Guͤter in den Niederlanden und die Fuͤrſtenwuͤrde empfangen hatte. Nach dem Tode des Letztern und des aus legitimer Ehe entſproſſenen ältern Sohnes, war jenem Ernſt die Ausſicht auf Succeſſion in alle Rechte des Vaters eroffnet worden, wenn er ſich den Intereſſen des Kaiſer⸗ hauſes mit Hingebung weihen wollte. Graf Manns⸗ feld that dieß mit voller Seele und focht tapfer gegen die Proteſtanten in Juͤlich und im Elſaß. Undank, den er ſpaͤter von habsburgiſcher Seite erfuhr, vielleicht auch eine allmäͤhlig entſtandene Hinneigung zum Pro⸗ teſtantismus, bewogen ihn den oͤſterreichiſchen Dienſt zu verlaſſen und ſich, nach Annahme des reformirten Glaubens, zur Fahne der evangeliſchen Union zu ſchla⸗ gen. Die verbuͤndeten Fuͤrſten nahmen ihn mit offenen Armen auf und ertheilten ihm ſogleich den wichtigen Auftrag ein Heer von zehntauſend Mann fuͤr den Herzog von Savohen, einen Alliirten der Union, zu werben, der deſſelben in einem Kriege gegen Spanien beduͤrftig war. Nach wenigen Monaten ſtanden die Truppen wohlgeruͤſtet in der Pfalz beiſammen und harrten nur noch der Marſchordre aus Savohen.

Jetzt traf Carpezan beim Churfurſten ein und be⸗ gann ſeine Unterhandlungen, die anfangs kein guͤnſtiges