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„Wirſt du mir treu bleiben, Ludmilla?“ fragte ſie Jaromir beim Scheiden, während ſeine Blicke durch⸗ dringend auf ihren Zuͤgen hafteten.
„Ludmilla wird dein, oder keines Mannes Weib auf Erden!“ ſprach ſie zärtlich ihm die Hand reichend, die er krampfhaft an die gluͤhenden Lippen preßte. —————
Nicht mit Unrecht hatte der Freiherr von Lowoſitz eine verhaͤngnißvolle Zukunft prophezeit. Die wich⸗ tigſten Begebenheiten folgten mit Blitzesſchnelle auf
einander. Durch die Gewaltthat vom 28. Mai war die Friedensbrücke zwiſchen Boͤhmen und Oeſterreich abgebrochen. Die proteſtantiſchen Staͤnde mußten zu den Waffen greifen, wenn ſie nicht der unausbleiblichen Rache des Kaiſers unterliegen wollten. Das war es, wohin Graf Thurns Abſicht gegangen war, und nichts ward von ihm verſaͤumt, ſeine hochfliegenden Plane raſch ins Werk zu ſetzen. Alle koniglichen Kaſſen und Gefälle wurden mit Beſchlag belegt, eine Commiſſion von dreißig Directoren, unter Thurns Vorſitz als pro⸗ viſoriſche Regierung conſtituirt, die Jeſuiten als an⸗ gebliche Urheber aller papiſtiſchen Bedruͤckungen aus dem Lande verbannt und alle proteſtantiſche Boͤhmen
zu den Waffen gerufen.


