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Der Obrist von Carpezan / von Ernst von Brunnow
Entstehung
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beizuwohnen, in welcher der Majeſtätsbrief in das boͤh⸗ miſche Landrecht eingetragen wurde?

Freilich, freilich! Sie ſind ſtets anti⸗boͤhmiſch ge⸗ weſen. Wehe uͤber die Hochverräther!

Sie ſtehen aber ſehr gut beim Kaiſer angeſchrie⸗ ben, begann Carpezan wieder mit ſchlau berechneter Kälte,und noch beſſer bei des Erzherzogs Ferdinand von Steiermark Durchlaucht. Kommt dieſer erſt ein⸗

mal zur Regierung, und das koͤnnte bei Matthias Kraͤnklichkeit bald geſchehen ſo moͤcht' es fuͤrwahr mißlich um Boͤhmens Glaubensfreiheit ausſehen. Ich weiß es aus guter Quelle, daß der Erzherzog auf ſei⸗

ner italieniſchen Reiſe der heiligen Jungfrau zu Sanct Loretto die Unterdruͤckung des proteſtantiſchen Glaubens im ganzen Reiche angelobt.

O wir Thoren, daß wir dieſen Jeſuitenzoͤgling zum Nachfolger des Matthias erwählt!

Ein ſchlimmer Umſtand freilich, entgegnete Car⸗ pezan,an Graf Thurn's und meinen Warnungen hat es nicht gefehlt, doch geſchehen iſt geſchehen! Eben⸗ darum iſt es um ſo noͤthiger, daß wir ſchon jetzt allen Uebergriffen der Gewalt kraftigen Widerſtand leiſten. Ferdinand muß begreifen lernen, vaß die Boͤhmen nicht mit ſich umſpringen laſſen, wie ſeine Steiermärker und

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