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Wie ſchoͤn du wieder heut' biſt, Ludmilla! rief Editha ſtaunend, doch ohne neidiſche Mißgunſt, als ſie die Schweſter prachtvoll wie eine Koͤnigin aus den Haͤnden der dienſtfertigen Zofen hervorgehen ſah. Ein roſenfarbiges, mit Goldranken reich durchwirktes Atlas⸗ kleid umwogte die hohe herrliche Geſtalt; Bruͤſſeler Spitzen von der koſtbarſten Arbeit uͤberſchatteten zur Hälfte wie Silberwoͤlkchen den ppigen Buſen, und feurige Granaten umringten den weißen wunderlieb⸗ lichen Hals, um deſſenwillen ihre Geſpielinnen ſie ſchon von Kindheit auf Schwanenhäͤlschen genannt hatten. Noch war das lange dunkelblonde, in's glaͤnzende Hell⸗ braun ſpielende Haar nicht voͤllig geordnet. Editha half mit uneigennuͤtziger Schweſterliebe die zierlich ge⸗ flochtenen Zoͤpfe zum kronenreichen Neſt vereinigen und ſie mit ſtrahlenden Perlenſchnuren dupchwinden.
„Nun iſt alles unuͤbertrefflich!“ maͤdchenhafter Luſt am Putzwerk in die Haͤnde klatſchend. Bald aber ſetzte ſie wieder kleinlaut hinzu:„Ja, wer
ſprach ſie, mit
kann es mir dir aufnehmen? Wenn dich heute der Ottokar ſo ſieht, wird ihm vollends der Kopf verdreht werden!“
„Närrchen,“ erwiederte Ludmilla, ſie liebkoſend umſchlingend,„was iſt mir an dieſem Ottokar gele⸗


