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Vater und Tochter / von Friederike Bremer. Aus dem Schwed. von G. Fink
Entstehung
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Dich zur Ruhe begeben, denn morgen mußt Du früh aufſtehen. Morgen am Johannistag, Deinem Geburtstag, welchen wir in den Hainen auf Deinem kleinen Erbgut feiern wollen, wird Dich Tante Car⸗ lander nicht lange ſchlafen laſſen, und darum jetzt gute Nacht, mein Röschen!

Roſa trat zu ihrem Vater, er öffnete ihr ſeine Arme und ſchloß ſie ſtill an ſeine Bruſt. Seit ihrer Kindheit war ſie gewohnt, jeden Abend von ihrem Vater eine Umarmung zu erhalten, wenn er nicht mit ihr unzufrieden war. Dieß war auch beinahe die einzige Liebkoſung, welche ſie, ſeit ſie aus den Kinderjahren getreten, je von ihm empfangen hatte. Wie gewöhnlich ruhte ihr Kopf eine Weile ſtill an ſeiner Bruſt, bevor er ſie gehen ließ, aber an dieſem Abend ging ſie nicht wie gewöhnlich, und obſchon ſie ſich ſcheute ihren Gefühlen vor ihrem Vater Luft zu ſchaffen, ſo waren dieſelben doch jetzt allzu mächtig. Sie ſchlang ihre Arme um des Vaters Hals und drückte ihn in unſäglich dankbarer Liebe an ſich. Und er, er umſchloß ſie von Neuem und neigte ſein Haupt über das ihrige, das an ſeiner Bruſt ruhte und mit thränenvollen, ſtrahlenden Blicken zu ihm aufſchäute, und die Worte Vater! Tochter! Tochter! Vater! ertönten wie leiſe Himmelsklänge zwiſchen ihnen.

Alles das iſt ganz gut und ſchön, hörte man jetzt eine nicht unfreundliche, aber gleichwohl etwas zänkiſche Stimme unter der Thüre ſagen.Aber, Roſa, wirſt Du denn jetzt nie mehr bei mir ſein, und mir nie mehr an die Hand gehen, wenn es nöthig

iſt? Da ſtehe ich jetzt ganz allein in der Küche und