Druckschrift 
Die Töchter des Präsidenten : Erzählung einer Gouvernante / von Friederike Bremer. Aus dem Schwed. übers. von G. Fink
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ir.

Sdla ter⸗ ragt ellt,

263

Ich. Edla hat meines Erachtens wirklich nicht viel Luſt, mit ihrem Wiſſen vor dem großen Publikum aufzu⸗ treten. Es würde ihr beſſer gefallen, mit den innern Reich⸗ thümern, die ſie ſich erwerben kann, ein ſtilles Leben zu führen, ſich ſelbſt und ihre nächſte Umgebung dadurch gluͤcklich zu machen. Sie hat durchaus keinen Ehrgeiz.

Der Präſ. Das iſt recht ſchlimm, Mamſell Rönn⸗ qviſt, recht ſchlimm. Man ſoll ſein Licht nicht unter den Scheffel ſtellen, man ſoll es leuchten laſſen vor den Leuten. Run, Edla iſt noch ſehr jung und hat noch Zeit genug, ſich zu ihrem wichtigen Beruf vorzubereiten. Ich will nur wünſchen, daß unterdeſſen kein Freier.. dieſer Satansprofeſſor! Er ſah mir garzu forſchend aus!

Ich. Edla wird ihren Vater nie verlaſſen. Ich kenne ihre beſtimmte Abſicht in dieſem Punkt. Sie wird ihr Leben dazu anwenden, Ihnen Wohlbehagen und Freude zu bereiten.

Der Präſ. Gott ſegne ſie für dieſe Geſinnung. Ich gebe zu, daß es mir jetzt ſchwer fallen würde, mich ohne ſie zu behelfen. Indeſſen muß ihr Glück allem Andern vorgehen. Und da ich außerdem ſo glücklich bin, in mei⸗ nem Hauſe eine Freundin zu befitzen, wie Sie, Mamſell Rönnqpiſt, eine Freundin, die meine Dankbarkeit.. meine Achtung meine.. Mamſell Rönnqpiſt.. wahrhaftig ich hoffe hm. Sie ſind..

Ich. Was ſteht zu Befehl?

Der Präſ. Meine beſte Mamſell Rönnqviſt, meine beſte Freundin, ich hoffe..

Mein Leſer, ich hoffe, Du wirſt es mir nicht übel deuten, wenn ich über des Präſidenten und meine Hoff⸗ nungen hinweghüpfe, um Dich ſofort einzuführen in die