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Ein Tagebuch : vier Theile / von Friederike Bremer
Entstehung
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varthie, die ſie auf den nächſten Sonntag veranſtalten wollten. Felir wollte Selma fahren, und St. Orme lud Flora in ſeinen Schlitten ein, der mit Tigerfellen gefüt⸗ tert war und von feurigen Schecken gezogen werden ſollte, die Flora kannte und ihr wohl gefielen. Ueberdies ſollte dieſer Schlitten den Zug anführen, der durch die vornehm⸗ ſten Straßen der Stadt gehen und dann nach dem Thier⸗ garten fahren ſollte, wo man ein Mittagsmahl einneh⸗ men und nachher tanzen wollte u. ſ. w.

Flora nahm das Anerbieten mit ſichtbarem Ent⸗ zücken an, klatſchte in die Hände und rief:„Ach! ich weiß mir nichts Schöneres, als Tigerfelle und feuer⸗ ſprühende Pferde! das wird eine göttliche Luſtfahrt wer⸗ den.“— Plötzlich flüſterte Selma ihr zu:„Willige nicht darein; ich bitte Dich, denk' an Lennartſon.“

„Warum denn?“ fragte Flora.—„Er wird es nicht gerne ſehen. Gib wenigſtens noch keine beſtimmte Antwort.“—„Pah! Nichts als Schwierigkeiten und Widerſpruch, wenn ich Etwas wünſche!“ ſagte Flora, mit dem Füßchen ſtampfend und vor Unmuth gerötheten Wangen.— Unterdeſſen hatte ſich Rutſchenfeld an meine Stiefmutter und Skutenhjelm an mich mit dem Wunſche gewendet, unſere Führer ſeyn zu dürfen. Meine Stief⸗ mutter und ich blickten einander an, antworteten dann beide, diesmal übereinſtimmend, ausweichend und baten um Bedenkzeit wegen einer beſtimmten Antwort.

Während wir noch Alle unſchlüſſig waren und mehr eine abſchlägige Antwort erwarten ließen, fuhr der Geiſt des Trotzes in Flora und ſie ſprach beſtimmt:„Mögen Andere thun, was ſie wollen: ich werde fahren, und St. Orme hat mein Verſprechen.“—„Das iſt ſchön,“ ſagte er,„und ich hoffe, daß die übrigen Damen einem ſo guten Beiſpiele folgen werden. Heute Abend werde ich kommen, um beſtimmtere Antwort zu holen.“

Kaum hatte ſich St. Orme entfernt, kaum waren die„Rutſchenfelder“ und Felir die Treppe hinabgeglitſcht,

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