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Ein Tagebuch : vier Theile / von Friederike Bremer
Entstehung
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auch ſchon vor Zeiten geſehen habe; ein regelmäßiges, aber marmorkaltes Geſicht, eiwas gelblichbleich, voltairiſche Züge.

Auch einer von Deinen Verwandten! Dein und mein Schwager, der Envoyé St. Orme! Er iſt vor einigen Mo⸗ naten von Paris hier angekommen.

Virginia's Mann! Ja, ich erkenne ihn wieder, ob⸗ gleich es länger als zehn Jahre her iſt, daß ich ihn zum letztenmale ſah, bei Virginia's Hochzeit. Wie ſchön war ſie! Daß ſie ſobald die Erde verlaſſen mußte! Ein Jahr nach ihrer Hochzeit!Ja, am Jahrestage ihrer Hochzeit, antwortete Selma mit einer Stimme, die von ſchmerzlicher Erinnerung zeugte. Deßhalb fragte ich weiter:

Und jener junge Offizier, mit dem Du vorhin tanz⸗ teſt; ein ausgezeichnet hübſcher junger Mann?

Wieder ein Verwandter, Felir Delphin, Flora's Bru⸗ der. Iſt nicht Flora außerordentlich ſchön?

Sehr ſchön!Und wie geiſtvoll, wie reich be⸗ gabt! Sie hat wenigſtens ein Dutzend Talente!

Das wär beinahe zu viel, ſagte ich lachend,und nun, Dank meine ſüße Selma, daß Du mich ſo angenehm unterhalten haſt. Ich ſehe einen Herrn mit Tanzgedanken auf Dich zukommen und Du ſollſt nicht länger meinetwe⸗ gen Deine Tänzer zur Verzweiflung bringen. Sey unbe⸗ kümmert um mich, ich unterhalte mich vortrefflich damit, dem Tanze zuzuſehen und die neuen intereſſanten Bekannt⸗ ſchaften, die ich gemacht habe, Signora Luna, Alerander den Großen, den FreiherrnSchenke auch dem Philo⸗ ſophen einen Blick, ſagte Selma ſchelmiſch, und auf einen Bedienten des Hauſes deutend, der mit einem Teller Eis nahte und ein ſehr ernſthaftes Geſicht mit Zügen eines Papagei hatte.Nimm Dich in Acht, Jakob, fuhr ſie ſcherzend zu dieſem gewendet fort,und ſieh Dich vor, daß wir Dich nicht umwalzen.O Gott bewahre, Fräulein! erwiederte der Philoſoph mit rauher Stimme, indem eine vlötzliche Verklärung über ſein Geſicht zog, das ſogleich wie⸗ der die alten finſtern Züge annahm, als er mir ſeinen Teller präſentirte Das Fräulein ſchwebte bald leicht wie eine Feder

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