werden,„wie glücklich macht es mich, dich ſo heiter und geſund zu ſehen, trotz deiner Ueberſiedlung in den Norden, den du ſo ſehr fürchteteſt.“
„Ach!“ ſagte Alette leiſe und innig, ein Mann wie mein Lerow vermag überall auf Erden Sonne und Se⸗ ligkeit aufblühen zu laſſen, aber——“ und hier zog ſich wieder der melancholiſche Zug über ihr Geſicht, allein ſie that ſich Gewalt an und fuhr heiter fort:„aber wir brauchen jetzt den guten Herrn keine Lobrede zu halten, zumal, da ich merke, daß ſie uns gerne belauſchen möch⸗ ten, und deßhalb(und hier ſteigerte Alette ihre Stimme bedeutend) deßhalb wollen wir, da wir meinen Mann ſo abgefertigt haben, auch dem deinigen die Nativität ſtellen, wie er es verdient. Hat er nicht entſetzlich viele Fehler? Iſt er nicht, unter uns geſagt, ein arger Egoiſt und Despot?“
„Das leugne ich!“ rief Harald, indem er hervor⸗ ſprang und ſich vor Suſanna ſtellte,„und du meine Frau, ſage anders, wenn du es— wagſt.“
„Wagen!“ rief Alette.„Sie muß es wagen, denn du bekräftigſt ja meine Worte durch dein Benehmen. Iſt er nicht ein Despot, Suſanna?“
„Bin ich ein Despot, Suſanna? Ich ſage tauſend⸗
mal nein. Was ſagſt Du?“ „Ich ſage— Nichts,“ antwortete Suſanna, errö⸗ thend, indem ſie mit einer anmuthigen Bewegung ſich
näher an Alette anſchloß,„ober— ich denke, was ich will.“
„Es iſt doch gut,“ rief Harald,„daß ich ein Mittel
aufgefunden habe, das letzte Wort zu behalten.“
„Haſt du das entdeckt, Schwager?“ ſagte Lerow la⸗ chend;„nun dieſe Entdeckung iſt wichtiger, als die des Kolumbus. Theile ſie mir nur auch mit.“
„Sie würde dir durchaus Nichts helfen,“ erklärte Alette, indem ſie mit ſcherzhaftem Trotz ihr Köpfchen gegen ihn wandte,„denn mein letztes Wort iſt jedenſalls ein ganz anderes, als das deinige.“
„Wie ſo?“


