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Traumes zu zerſtreuen, nahm ſie einen Waſſerkrug und ging damit an den Bach hinab, um Waſſer zum Früh⸗ ſtück zu holen. Auf dem Wege dahin ſah ſie Harald, der mit ſeiner Büchſe auf dem Rücken in einiger Ent⸗ fernung vor der Grotte auf und abging. Er bemerkte ſie nicht und ſo kam ſie an den Fluß hinab und füllte ihren Krug mil Schneewaſſer. Die kleine körperliche An⸗ ſtrengung that ihr wohl, obgleich die einſame Wanderung im Uebrigen nicht ſehr geeignet war, ihr Gemüth zu er⸗ leichtern. Die Scene war unbeſchreiblich düſter und zu dem eintönigen Rauſchen der Schneebäche geſellten ſich dann und wann Windſtöße, die wie gigantiſche Seufzer ängſtlich heulend durch die Einöde fuhren. Sie ſetzte ſich einen Augenblick auf ein Felsſtück nieder. Es war Mit⸗ ternacht und tiefe Stille herrſchte über der Gegend. Die Felſen um ſie her waren mit Trauerflechten bedeckt und die bleiche Schneeflechte wuchs in den Bergſpalten; da und dort ſchoß aus der ſchwarzen Erdrinde die Sumpf⸗ ſtaude hervor, ein blaßgelbes, ſchwefelfarbiges Blümchen, deſſen ſich die Lappländer zu Zauberkünſten bedienen ſol⸗ len und das hier den Eindruck eines unheimlichen Lächelns über dieſes Todtenfeld machte. Suſanna konnte ſich von den Erinnerungen an ihren Traum nicht befreien und wo⸗ hin ſie den Blick wandte, glaubte ſie das Bild der ſier⸗ benden kleinen Schweſter zu ſehen. Vielleicht ſollte der Traum eine Warnung, vielleicht eine Prophezeihung be⸗ deuten; vielleicht ſollte ſie nie mehr aus dieſer Wüſte kommen, vielleicht ſollte ſie hier ſterben und dann— was ſollte aus der kleinen Hulda werden? Mußte ſie dann nicht aus Mangel und Noth auf die harten Steine des Lebens ſinken und die Wogen des Elends über ihr zuſammenſchlagen? Mitten unter dieſen trüben Gedanken wurde Suſanna von Harald überraſcht. Er ſah, daß ſie geweint hatte und fragte mit einer innigen Stimme, die ihr tief ins Herz drang:
„Warum ſo traurig? Sind Sie unruhig oder miß⸗
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