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Nina : Erzählung / von Friederike Bremer. Aus dem Schwedischen übersetzt von G. Fink
Entstehung
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Dulder, von dem unſere Geſchichte erzählt hat. An die weißen Kiſſen lehnt er ſein Haupt ſo kraftlos, aber ſo ſtille. Auf dem abgezehrten Geſicht ruht eine wunderbare Klarheit; über die himmelklare hohe Stirne fallen einige dunkle, aber grauende Locken herab. Er iſt nicht einſam. Die Mutter ruht jn der ſtillen Erde, aber Marie ſteht treu an ſeiner Seit Nur ſie will er in dieſer Stunde um ſich haben. W die Flamme des Lebens noch flackert, bevor ſie erliſcht! Sie ſinkt und ſteigt, wird trübe und wiever klar und will die Hütte nicht verlaſſen, in der ſie lange gewohnt. Hervey verſinkt zuweilen in einen Schlum⸗ mer, der einer Todesbetäubung gleicht⸗ aber er erwacht wieder, um ſeine Hände zuſammenzulegen, und mit einer Freude, die keinem irdiſchen Entzücken gleicht, zu rufen: Ach, welche Wonne! Iſt's möglich, daß ich noch auf ver Erde lebe? Kann ſo viele Seligkeit hier Platz haben? Gott, mein Gott! Welche Himmelsluſt! Bin ich noch derſelbe? Iſt's möglich, daß Eduard Hervey auf Erden dieſe Freude empfinden kann? Jeſus! Liebreicher! Dieß iſt dein Leben. Ewige Liebe! Ja, das Maaß, das du gibſt, iſt gerüttelt voll!. Die Nacht geht hin, der Morgen graut. Noch weilt Hervey auf Erden, umſchmeichelt von Seligkeitslüften. Da brach ein Strahl der aufgehenden Sonne durch die Nebel und lag auf dem Geſichte des Sterbenden. Ein verklärtes Leben färbte Herveys Wange. Seine Augen ſtrahlten, er richtete ſich ſchnell auf, ſtreckte die Arme aus und rief mit einem noch nie gehorten Tone von Liebe und über⸗

irdiſcher Freude: Nina! Er ſank zurück eine Leiche. Sein Geiſt war ent⸗ ſchwunden. Sie hatte ihn abgeholt.

Ende..