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Sonnenglanzes der Erde iſt, der noch Ihre letzten Augen⸗ blicke barmherzig— aber trügeriſch blendet! Ich bekenne es— ich kann mich mit dem Gedanken an Ihren Tod nicht verſohnen. Ich habe Menſchen dahingehen ſehen, die ihr volles Leben in Wiſſenſchaft oder in Liebe gelebt haben— um dieſe klage ich nicht. Aber Sie, Edla, Sie waren erſt in Ihrem Anfang, Sie waren noch bloß eine Suchende, eine Dürſtende warum? Sie wer⸗ den hingehen: die Quelle, der Sie Ihre Lippen näherten, wird aufhören, für Sie zu fließen. Die Erde mit ihren reichen Schätzen wird vor Ihren Blicken verſchwinden— das Grab iſt da, Edla! Was iſt Ihnen in dieſem Augen⸗ blick die Wiſſenſchaft? Was der Durſt darnach?“
„Was ſie mir ſind?“ rief Edla mit hoher Lebendig⸗ keit—„was ſie mir immer waren, Leben, Freude! Glauben Sie mir, dieſer Durſt iſt nicht gelöſcht. Er iſt jetzt vielleicht ſtärker, als je, und iſt mir eine Verheißung höherer Quellen. Ich gehe dahin, ja! Es iſt ein wun⸗ derbarer Gang! Es wirbelt um meine Sinne. Aber glauben Sie nicht, daß in dieſem Augenblick eine geheime und wundervolle Freude in mir zittert bei der Gewißheit, daß ich bald über dieſe nebelumhüllte Gränze hinausſehen, daß ich bald in dieſes unbekannte Land eindringen werde? Ja, mein Freund— ich geſtehe es— mein Geiſt iſt ungeduldig; wie ein Kind jitzt er vor dem Vorhang und ſehnt ſich, ihn aufgezogen zu ſehen.“
„Kindiſche Neugierde an des Grabes Rand!“ ſagte Profeſſor A. in verwerfendem Tone.„Iſt dieß Ihrer würdig, Edla?“
„Ich glaube—“ ſagte Edla mit ſanfter Rührung,
—„daß ich ein reineres Gefühl habe. O mein Freund!
Meine Seele iſt ſo erfreut darüber, daß ich—— Gott! bald verſtehen werde!(und Edla faltete anbetend ihre Hände).„Ich werde die Räthſel, die mich hier gequält haben, gelöst ſehen, ich werde Seine Weisheit beſſer faſſen, Seine Liebe beſſer fühlen, Ihn beſſer anbeten


