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Edla und zeigte auf ihre beſtändig aufgeſprungenen und wunden Lippen.
Hätte Edla doch vollenden dürfen, was ſie begann. Hätte nicht die Schwachheit, die Bosheit Anderer. doch wir wollen nicht voreilig ſein. Haben wir jetzt ge⸗ nug von Nina geſagt? Haben wir geſagt, wie ſie durch Edla Kraft bekam, ihre natürliche Trägheit zu überwin⸗ den, wie ſie an Edlas Beiſpiel Fleiß lernte und wie ſie trotz dem Allem ſo oft in eine träumende, wehmüthige Stimmung verſank, wie dieſer Hang, verbunden mit ihrer körperlichen Schwachheit, ein Ouell bitterer Unruhe für Edla war, dann haben wir für jetzt genug geſagt. Ni⸗ nas Seele glich einem Tempel, in welchem jedoch noch kein Gottesdienſt gehalten wurde; ſie war eine Welt, über welcher noch keine Sonne aufgegangen war. Die Wärme, das höhere Leben fehlte noch.
Aber, wos wird man denken, ſagte wohl der Präſi⸗ dent dazu, daß einer ſeiner lieben Kleinen das erhielt, was er eine gelehrte Erziehung nannte?
Der Präſident
hatte ſich durch die Erfahrung, die er an Edla gemacht, zu der Ueberzeugung belehren laſſen, daß eine höhere Gei⸗ ſtesbildung nur dazu beiträgt, die Frau auch in ihrem Hauſe angenehmer und glücklicher zu machen. Edla hatte ſich zur Aufgabe des Lebens geſetzt, ihrem Vater alles mogliche Glück zu bereiten, und ihm zu Liebe, um ihm eine angenehme Geſellſchafterin zu ſein, ſchien ſie die Macht zu haben, ihr von Natur ernſtes und ſchweigſames Weſen zu verändern. Bei ihm war ſie fröhlich, geſprä⸗ chig, und ſie machte ihm ſein Haus ſo behaglich, wie es ſelbſt zu den Zeiten der ſeligen Friederike nicht geweſen war. Auch wurde der Präſident allmälig ſo zärtlich gegen ſeine Tochter und ſchenkte ihr ſein vollkommenes Vertrauen in dem Grade, daß er ſein ganzes Haus unter


