it,
hen ank
im nan nmt ucht icht
gen lege die
469
drinnen und ſchrieb. Liebe und Wehmuth ſchwebten auf ihren Lippen, die ſich leiſe bewegten, als flüſterten ſie der Feder die Worte zu. Aber auf ihrer ſchönen Stirne war eine höhere Klarheit als gewöhnlich. Sie glich der Siegesruhe, der Tugend und Liebe.
Hagar ſah es und ſagte in ihrer kecken, bitteren Weiſe plötzlich:
„Sie ſind ganz gewiß ſehr mit ſich ſelbſt zufrie⸗ den.“ Serena erröthete, und Hagar fuhr fort:
„Sie bilden ſich ſicherlich viel darauf ein, ſo rein und tugendhaft zu ſein; Sie meinen gewiß, hoch über einer Elenden zu ſtehen, wie ich.“
„Rein, wahrhaftig nicht, Hagar,“ ſagte Serena mit einer Thräne in ihrem Auge.
„Sie würden auch Unrecht haben,“ fuhr dieſe fort, denn ſehr ungleich ſind die Gaben, und noch ungleicher die Verſuchungen.“
Das iſt wahr,“ antwortete Serena demüthig.
„Weſſen hat ſich wohl diejenige zu rühmen, die nie verſucht worden iſt? Wäre ſie es worden— ſie wäre vielleicht nicht beſſer geweſen als manche Andere.“
Serena ſchwieg.
„Glücklich diejenige, deren Bruſt nicht von Leiden⸗ ſchaften erſchüttert wird, deren Blut ruhig fließt, deren frühzeitige Umgebungen Tugend und Frieden heißen! Wenn ſie unbefleckt bleibt, wenn ſie nicht fällt— ihr Verdienſt iſt gering.“
„Sie haben Recht,“ ſagte Serena ſtille und de⸗ mühig, wie vorhin. Sie beugte den Kopf in ihre weiße Hand.
„Das Schickſal beſtimmt, und die Welt richtet, beide gleich blind!“ fuhr die Erbitterte fort.„Deßhalb heißt der Weg des einen Menſchen Sieg und Ehre, des andern Fall und Verwerfung.
„Aber Gott, der in's Verborgene ſieht,“ ſagte Se⸗ rena mit feſter Stimme,„Gott, welcher mächtiger iſt, als Schickſal und Welt, wird einſt ausgleichen, was


