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„Wollen Sie mein Leben erhalten, um mich deſto langſamer ſterben zu laſſen?“
„O nein, nein, Hagar! Mißtrauen Sie mir nicht. Ich wünſche, daß Sie am Leben bleiben.“
„Das glaube ich nicht. Sie lieben ja ihn, den ich liebe, der mir gehört— ja, erbleiche, zittere— der mir gehört, ſage ich, denn ich habe ſein Verſprechen früher erhalten, als du; meine Rechte an ihn ſind älter, heiliger... Blut hat ſie beſiegelt! Hu! du wollteſt mir wohl, du? Hinweg, ich weiß, was Eiferſucht iſt, dieſe ſchwarze, ſchwarze Krankheit, die zu Mord und Wahn⸗ ſinn treibt.. die in einſamen Stunden, in der Stille der Nacht mit heiſerer, geſpenſtiſcher Stimme flüſterte: „Tödte! Tödte!“ Ha! weißes Mädchen, jetzt wirſt auch du ſchwarz und haſſeſt:——— Hu! Alles um mich her wird ſchwarz, ſchwarz, ſchwarz...
Hagar fiel in Ohnmacht. Serena rief ihre Wär⸗ terin herein und eilte, außer ſich vor Schmerz, in ihr Zimmer. Dort warf ſie ſich auf ihre Knie und rief: „O mein Gott! Er wollte mich alſo betrügen!“ Alles war dunkel um ſie her; doch nicht lange.
Zweites Schattenbild.
Die Liebe iſt ſanftmüthig und geduldig. Hagar. Sie wollen alſo wirklich nicht meinen Tod? Serena. Rein, Hagar, möchten Sie geneſen und Ruhe ge⸗ winnen! Hagar. Aber wenn ich am Leben bleibe, werde ich Ihre
glü
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