zuweilen aus, als ob ſie mich kaum für einen vollkom⸗ menen Menſchen hielte und das bin ich doch.) Ein neuer Beſuch kam und ich ſetzte mich, um die Geſellſchaft zu vetrachten. Bald hefteten ſich meine Augen auf eine kleine junge Dame(ſicherlich noch kleiner als ich), deren ganzes Weſen eine außerordentliche Lebhaftigkeit zu erkennen gab. Sie hatte eine dunkle Geſichtsfarbe, lebhafte braune Angen, eine etwas große und gebogene Naſe, ein etwas vorſtehendes Kinn; ſie war nicht ſchön, hatte aber etwas Pikantes und ihre moderne, aber etwas zu elegante Klei⸗ dung paßte recht gut für die kleine, lebhafte Figur. Bär und ſie reichten einander ſehr freundlich die Hand, und ihre feurigen ſcharfen Augen hefteten ſich ſogleich auf mich. Bär machte eine Bewegung, als ob er uns gegenſeitig vorſtellen wollte, aber in demſelben Augen⸗ blick wurde ich von ma chére mère erfaßt, die mich ſchnell umdrehte und an's Fortepiano führte, wo ich jetzt der Geſellſchaft etwas ſingen mußte. Nachdem ich dieſe Schuldigkeit erfüllt, kam die lebhafte junge Dame und ſetzte ſich neben mich. Sie ſah mich durchdringend, aber freundlich, und beinahe bekannt an, fragte, wie lange ich in der Gegend ſei und ob ich das Volk hier, im Ver⸗ gleich mit den Bewohnern von Stockholm, nicht horribel arrierirt finde. Als ich ihr munter geantwortet, ſagte ſie, indem ſie mich beſtändig forſchend anſah:„Sie ſehen Ihrer Mutter ſehr ähnlich;— eine vortreffliche Frau— — ich habe ſie früher oft geſehen— und kenne auch Sie ganz gut, Madame Werner, obgleich ich Sie früher nie von Perſon geſehen habe.“
Ich blickte ſie fragend an und ſchon lag es mir auf der Zunge:„Mit wem habe ich die Ehre u. ſ. w.?“ Allein ſie kam mir zuvor und fragte, ob ich ſchon mehrere von meinen Nachbarn beſucht habe?
Ich antwortete, ich ſei eben im Begriff, Beſuche zu machen. „Nun,“ ſagte ſie,„dann werden Sie allerhand cu⸗ rioſe Jiguren kennen lernen. Einige von der Waſſer⸗


