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Die Nachbarn : Skizze aus dem Alltagsleben / von Friederike Bremer
Entstehung
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machen und das Cabriolet bis auf eine gewiſſe Station vorauszuſchicken. Der Spaziergang war ſehr munter und nach allerhand kleinen Poſſen, gelang es mir endlich, Bär in einen Graben zu bringen. Ich muß noch lachen, wenn ich daran denke. Er glich ſo ſehr einem wirklichen Bären, als er mit allen Vieren ausgeſtreckt da lag⸗ (Unter uns geſagt, ich bin nicht ganz überzeugt, ob er ſich nicht abſichtlich umwerfen ließ.) Guter Bär!

Aber ich will nicht ewig vom Bären und ſeinem Weibchen mit dir reden. Du mußt auch Etwas vom Gute und der Familie erfahren. Aus letzterer klug zu werden, iſt nicht ohne Schwierigkeit. Verſuche es ein⸗ mal, gute Marie, zu begreifen, was ich dir zu erklären verſuchen will.

General Mansfelt's erſte Frau war eine Wittwe, die ihm zwei Stiefſöhne zubrachte. Der älteſte war mein Bär, der andere Adolph Werner iſt vor einigen Jahren geſtorben. Von dieſer Frau bekam der General zwei eigene Söhne, die noch leben, Jean Jacques und Peter Mansfelt. Sie waren noch Kinder, als ihre Mutter ſtarb. Ein Jahr darauf vermählte ſich der General mit dem reichen und ſtolzen Fräulein Barbara B., unſerer noch lebenden ma chèére mére. Bär, der damals 13 Jahre alt war, bezeugte keine beſondere Freude über eine zwanzigjährige Stiefmutter. Dieſe ließ ſich indeß exemplariſch an und wurde eine vortreffliche, obſchon ſtrenge Mutter für die vier Stiefſöhne, deren Liebe und Verehrung ſie ſich bald erwarb, obgleich ſie ſie etwas knapp und ſparſam hielt. Letzteres hatte ſeinen Grund in der Verſchwendung des Generals, wodurch ſeine An⸗ gelegenheiten in die größte Unordnung gebracht waren, und nur durch einen Vertrag gelang es ma chére mère, ihr eigenes Vermögen zu retten. Von dieſem beſtritt ſie die Koſten für die Erziehung der Söhne und ſparte bei Nichts. Die Söhne wurden im elterlichen Hauſe in ſtrengem Reſpekt erhalten. Man brachte ihnen eine gewiſſe pünktliche Artigkeit und franzöſiſche Redensarten