er bat mich innig, herzlich, bat mich„ihm zu Liebe.“ Ich ſah, daß er mich prüfen wollte, ſah, daß er wirk⸗ lich von Herzen wünſchte, ich möchte dießmal nachgeben, und ich— garſtiges Geſchöpf— that es nicht; ich be⸗ harrte entſchieden, wiewohl in einem heitern Tone, auf meinem Vorſatz und nahm endlich meine Arbeit, um zu gehen. Da legte Bär ſeine Pfeife weg. Wäre er nur böſe und ſchnauzig geweſen, ja wäre er mit der Pfeife im Mund, ſtolz wie ein Nabob, hinausmarſchirt, hätte die Thüre hinter ſich zugeſchlagen, und ſich den ganzen Abend nicht mehr ſehen laſſen, dann wäre für mich noch ein Aufkommen, ein Troſt, die Rechnung wäre mir be⸗ zahlt geweſen und ich hätte die fatale Geſchichte auf ſich beruhen laſſen können. Allein er that Nichts von all dem. Er legte die Pfeife weg und blieb ſchweigend ſitzen, ich aber bekam ſogleich Gewiſſensbiſſe. Er machte auch keine Grimaſſen, ſondern ſah mit einer gewiſſen ernſthaften ſtillen Miene in die Zeitung hinein, ſo daß es mir zu Herzen ging. Ich bat ihn, laut zu leſen: er that es, allein es war Etwas in ſeiner Stimme, was ich unmöglich anhören konnte. In einer Art erſtickender Erbitterung über mich ſelbſt, wurde ich noch tyranniſcher gegen ihn. Ich riß ihm das Blatt aus der Hand— es ſollte Scherz ſein, verſtehſt du— und ſagte, ich wolle es ſelbſt leſen. Er ſah mich an und ließ mich gewähren. Ich begann jetzt in einem kräftigen und heitern Tone eine Debatte im engliſchen Unterhaus vor⸗ zuleſen; allein lange hielt ich es nicht aus, ich brach in Thränen aus, ſchlich mich zu Bär hin, nahm ihn um den Hals und bat ihn mir meine üble Laune und Ab⸗ geſchmacktheit zu verzeihen. Ohne zu antworten, hielt er mich bloß ſtille an ſich gedrückt, ſo zärtlich, ſo ver⸗ zeihend. Ich ſah ein paar Thränen ganz langſam über ſeine Wangen herabfließen. So habe ich Bär nie ge⸗ liebt, wie in dieſem Augenblick; in dieſem Augenblick fühlte ich wirkliche Liebe für ihn. Ich wollte eine kleine Erklärung beginnen, allein Bär hielt mir den Mund
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