38 Jakob von Artevelde. im Sold! funfzig Dolche, welche die Bruſt des großen Bürgers, des Befreiers von Flandern ſuchen! Um Dir den Genuß einer Miſſethat zu geben, damit zwiſchen Dei⸗ nem Sohne und ſeiner Braut eine Pfütze unſchuldigen Heldenblutes vergoſſen werde! damit er, ſinnlos vernich⸗ tet und die Welt haſſend, ſich der Hölle weihe durch einen ſchuldvollen Selbſtmord! Aber nein! nein! Ich werde Dich zur Rechenſchaft ziehen über mein unglückliches Le⸗ ben, über den Märtyrertod meiner Geliebten, über Deine abſcheulichen Anſchläge gegen den Oberhauptmann, über alles Blut, das Du ſchon vergoſſen haſt oder noch zu vergießen beabſichtigſt! Du ſollſt vor meiner Stimme er⸗ zittern, Böſewicht..... 4
Bei dieſen Worten ſprang Lieven auf und eilte über die Weiden, ohne zu wiſſen, wohin ſein Weg ging. Die Verzweiflung hatte ihn faſt ſinnlos gemacht. Schreckliche Gedanken und Bilder wälzten ſich in ſeinem Kopfe; ſeine Adern waren geſpannt; ſein Herz pochte hörbar; ſeine Stirne brannte, als ob Feuer unter ſeinem Schädel glühe.
Lange lief er ſo fort, durch Moraſt und Gebüſch, ohne auf etwas zu achten, und ſich an den Dornen oder an einſam ſtehenden Bäumen verwundend, bis ſeine Kräfte allmählig ermatteten und das Fieber ihn verließ. Gleich darauf erinnerte er ſich voll Schrecken, welche ent⸗ ſetzliche Worte er in ſeiner Verirrung ausgeſtoßen habe. Zitternd blieb er ſtehen, bedeckte ſein Antlitz mit den Händen und rief mit ſchneidendem Wehelaut:
„Ach, nein! nein! Er iſt doch mein Vater! Er ſoll mich nie wiederſehen! Sein unglückliches Kind ſoll ſter⸗
ben r Veerle Du w ſüße S ſein! über 1 Vr Jüngli ſank kr über ſe En beraubt kämpfte wußtlos


