Teil eines Werkes 
5 (1849)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Von n Auge ter den ind die⸗ r Dun⸗ lmählig ſich in ihm die öörte er der un⸗ r, wie hklagen

Geſang Tönen Engeln einem ſtillen

egrüßte erinnen ein ein- Leuch⸗ iefe des rauchs⸗

unter⸗ re Ein⸗

daß der

Jakob von Artevelde. 29

Himmel ſich über den harrenden Geiſtern öffne und ih⸗ nen den Willkommengruß der Erlöſung zuſende. Hier miſchte ſich jedoch eine ſelige Wirklichkeit zu dem Gaukel⸗ ſpiele. Die ſüßeſte Stimme, diejenige, welche ihre Töne am klangreichſten und kräftigſten zu Gott ſandte, ſo daß es mitunter ſchien, als ob ſie zitternd wie glänzende Thau⸗ tropfen niederſänken, dieſe Stimme rührte ſein Herz auf das Tiefſte und goß mit vollen Zügen den Balſam des Troſtes in daſſelbe. Er konnte ſie nicht verkennen: die Vorſängerin des heiligen Lobliedes war ſeine ge⸗ liebte Veerle.

Lange blickte er ſo mit dem heiteren Lächeln des Ent⸗ zückens in die Tiefe der Kirche, um jeden Klang des Ge⸗ ſanges bei ſeinem Entſtehen aufzufaſſen und ihm zu fol⸗ gen, bis derſelbe verhallte oder von einem anderen Tone abgelöſt wurde; lange lauſchte er ſo bewußtlos und träumte von einer Himmelsſeligkeit, in welcher er vor Gottes Throne ſeine Stimme mit der Stimme Veerle's vereinigte, in welcher dieſelbe Flamme ewiger Liebe ſeine Seele mit der Seele der theuren Schweſter vermiſchte... bis der Geſang plötzlich in einem langen Tone erſtarb und aufhörte. 3

Der entzückte Jüngling rührte ſich zuerſt nicht und hoffte noch immer neue Klänge vom Chore zu verneh⸗ men. Die Töne zitterten noch ſo in ihm nach, daß ſie das Lied in ſeinem Innerſten eine Weile fortſetzten.

Als er jedoch gleich darauf an den Bewegungen des Prieſters merkte, daß der Gottesdienſt zu Ende gehe, knieete er vor dem Altare nieder und ſandte ein feuriges