Teil eines Werkes 
4 (1849)
Entstehung
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116 Jakob von Artevelde.

mit allen Schöffen feierlich aus dem Kerker heraus⸗ geführt.

Ghelnoot und Lieven hatten es übernommen, die Frauen augenblicklich nach Hauſe zu bringen.

Vor Ser Geergerts Teufelsſteen und in allen an grenzenden Straßen, ſo weit das Auge nur reichen konnte, ſtand die Menge dicht gedrängt und ſchrie und jauchzte, daß die Häuſer bebten. Hunderte von Bannern und Standarten entfalteten ihre Gildezeichen über dieſem Meere von Menſchenköpfen; Dächer, Fenſter und Brun⸗ nen, Alles war bedeckt und voll von jubelndem Volke.

Artevelde ſchritt mit ruhigem Antlitz am Arme des Oberſchöffen durch den Strom hindurch, der ihm in den Straßen vorausrollte und die ganze Stadt mit ſeiner brauſenden Freude überdeckte.

Bald darauf erreichte der Oberhauptmann ſeine Wohnung und trat mit einigen Freunden in dieſelbe.

Das Volksgewühl, das Jauchzen, die Geſänge und die Glückwünſche dauerten fort bis tief in die Nacht.

Nicht ein einziges Wort wurde an dieſem Tage mehr gegen Artevelde geſprochen. Wo waren die Verleum⸗ der und Neider denn geblieben? Wo bleibt die feige Mis⸗ gunſt, wenn ſie ihre Ohnmacht erkennt? Macht ſie es nicht wie ihr Ebenbild, die Schlange, welche ſich in das Dunkel verkriecht, bis neues Gift ihre Zähne gefüllt hat?

Ende des vierten Bandes.

Druck von F. A. Brockhaus in Leipzig.