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Jakob von Artevelde.
mächtiges Schwert noch einmal zur Vertheidigung des Vaterlandes zu erheben. Es liefen jedoch ſeit einigen Tagen ſo viele falſche Gerüchte umher, bald für, bald gegen Artevelde, daß er es auch nicht wagte, dieſer Nach⸗ richt Glauben zu ſchenken.
Mit ſolchen Gedanken kam er auf dem Calanderberge an und trat in die Wohnung des Oberhauptmanns.
Er fand Frau Artevelde und Veerle bereit auszu⸗ gehen. Jaquemyne, die Magd, hatte den kleinen Philipp ſchon auf dem Arme. Das Kind ſchlief und war mit einem Tuche zugedeckt.—
Als Denys im Zimmer erſchien, ſagte Veerle mit klagender Stimme:
„Ach! Du thuſt nicht wohl daran, Lieven, daß Du ſo lange wegbleibſt! Wärſt Du nicht unſer guter Freund, ſo glaubte ich beinahe, Du hätteſt den armen Gefange⸗ nen vergeſſen.“
„Aber die Stunde iſt noch nicht da, Veerle; Deine Ungeduld hat Dich betrogen,“ antwortete der Jüngling.
„Ach!“ ſeufzte Veerle,„Du haſt uns nun acht Tage lang nach dem Gefängniſſe begleitet; warum zählſt Du denn die Stunden jetzt, da die Entſcheidung ſeines Schickſals da iſt?“
Lieven ergriff die Hand der Jungfrau und ſagte freundlich zu ihr:.
„Nun, Veerle, ſei in Deiner bitteren Betrübniß nicht ungerecht gegen mich. Ich bin unterweges ſtehen geblie⸗ ben, um zu horchen, ob ich nichts vernähme, das Dich tröſten könnte.”“
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