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Jakob von Artevelde. 47
noch ſchien die Ankunft der Männer von St. Nikolaes die Verſchworenen ſo ſehr zu überraſchen, daß ſie ſich gewiſſermaßen einander furchtſam anſahen, und einige auch allmählig den Muth verloren und ſich aus der Nähe des Schöffenhauſes entfernten. Die zweihundert Mann waren es eigentlich nicht, welche ſie um den guten Erfolg ihres Unternehmens beſorgt machten; aber Ghelnoot van Lens, der unerſchrockene Hauptmann, der jetzt ſpöttiſch lächelnd einen Blick auf die Unzufriedenen warf, als wiſſe er um ihr Vorhaben; Ghelnoot, der um ſeines Helden⸗ muthes willen von ſeinen Leuten mit blinder Liebe ver⸗ ehrt ward und wahrſcheinlich die Unverzagteſten ausge⸗ ſucht hatte— Ghelnoot war es, der ſie jetzt zwang, vor ihm die Augen niederzuſchlagen, und ihnen Zweifel ein⸗ flößte, ob man die Ausführung wagen ſolle, oder nicht.
Es war die höchſte Zeit, daß Jemand durch den Be⸗ weis einer großen Kühnheit ihren Muth auf's Neue be⸗ lebte, ſonſt wäre der ganze Aufſtand ſicher unterblieben. Jetzt aber erſchien Ser van Steenbeeke mit ſiegreicher Miene auf dem Botermarkte. Ehe er in das Schöffen⸗ haus eintrat, ging er zu den Haufen der Verſchworenen und klagte überall mit hörbarer Stimme und zornigen Worten über die Gewalt, welche man der Obrigkeit und dem Volke anthue, indem man den Rath zwinge, unter dem Drucke einer gewaffneten Macht ſich zu verſammeln. Er gab deutlich genug zu verſtehen, daß er in der Schöf⸗ fenverſammlung deshalb Rechenſchaft verlangen, und kündigte ſelbſt an, daß er binnen einer Stunde das Zeichen geben werde zur Befreiung des Volkes.


