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Die hölzerne Clara / von Hendrik Conscience. Aus d. Fläm. von O. L. B. Wolff
Entstehung
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120 Die hölzerne Clara.

ſchön Geld zu ſammeln um ein Portrait machen zu laſſen und nun giebt es keinen Künſtler, der die hölzerne Clara gekannt hat!

Ho, ho, Trees, was ſagſt Du da? fragte Meiſter Steven; kein Künſtler der die hölzerne Clara gekannt hat? und für wen oder für was ſeht Ihr mich denn an? Ich, der ich den ſchönen Altar in Eurer Kapelle ganz allein ge⸗ macht habe?

Aber Steven, Ihr macht doch keine Conterfei's?

Ho!l was keine Conterfei's? Es iſt was Schönes ſo ein rothes und blaues Geſchmier, was die Signors vom Pinſel ein Conterfei zu nennen belieben! Wenn Ihr mit der Hand darüber fahrt, ſo iſt es Nichts mehr als ein arm⸗ ſeliges Blendwerk. Sprecht mir aber von einem gehauenen Bilde! Das iſt Natur, Ihr könnt es ſehen, taſten und fühlen... ſeht, Ihr wißt, daß ich Clara's Kopf einſt in Thon nachgebildet habe, ich wollte ihn als Modell für den Engel benutzen, der auf Eurem Altar ſteht. Laßt mich ihr Bild in Holz ausführen?

In Holz! in Holz! riefen die Mädchen ſpottend.

Ja in Holz, ergriff Meiſter Steven wieder das Wort, Ihr ſcheint darüber zu lachen; aber, Kinderchen lieb, wo ſind denn Eure Sinne? Die hölzerne Clara von Holz iſt das nicht klar?

Dieſes ſonderbare Wortſpiel verſchaffte dem Bildhauer den Sieg. Man übertrug ihm die Anfertigung einer Statue Claras in Holz und er bedung vorläufig den Preis.