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Die hölzerne Clara / von Hendrik Conscience. Aus d. Fläm. von O. L. B. Wolff
Entstehung
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der Platz begeben,

Die hölzerne Clara. 71

Nachdem ſie einen Augenblick aufmerkſam ſelbſt auf das geringſte Geräuſch gelauſcht hatte, ſprach die Gräfin mit gedämpfter Stimme:

— Ach, Ines, wenn Domingo uns verrathen hätte! Wenn er unſer Vorhaben ſeinem Herrn entdeckt haben ſollte!

— Er wird es nicht thun, Senorag.

— Biſt Du deſſen ſo gewiß, Ines?

— Ich habe ihm verſprochen ihm bei unſerer Ankunft in Madrid meine ſchöne Antonieta zur Frau zu geben. Für dieſen Preis wäre er im Stande mit bloßen Füßen über glühendes Eiſen hinweg zu laufen. Fürchtet Nichts von ihm.

— Habe Dank, Ines, dies mildert meine Angſt: ich zitterte vor Verrath, denn der Graf beſah uns ſo mißtrauiſch und ſein Blick drang ſo tief in mein Auge.

— Ich glaube nicht, edle Frau, daß er Etwas arg⸗ wöhnt. Es iſt ſein gewöhnliches und leider gegründetes und gerechtfertigtes Mißtrauen. Aber ich erſuche Euch, ich flehe Euch an, edle Frau, hört noch einmal meine Warnung be⸗ vor Ihr Euren gefährlichen Entſchluß ausführt und ver⸗ zeiht mir, wenn ich Euch abermals mißfallen ſollte.

— Sprich, Ines, ſage was Du willſt, Du Gute, aber, um meines Grames willen, peinige mich nicht allzuſehr.

— Senora, Euer Vorhaben iſt ein ſolches, wobei Ihr Euer eigenes Leben wie das meinige und, was mehr iſt, auch Eure Ehre als Frau auf das Spiel ſetzet; denn wer könnte Euch rechtfertigen, wenn die blutige und ſchein⸗ bar gerechte Rache Eures Gemahls Euer Geheimniß mit uns Beiden begräbt?