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Die Bürger von Darlingen : Sittengemälde in zwei Abschnitten / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von Dr. C. Büchele
Entstehung
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großen noch ich, Bort ihm ernimmt,

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reinen Gewinn von hundert tauſend Francs ge⸗ macht hat.“

„Aber ſeitdem? Er iſt boshafter als je. Wer ſagt Dir, daß er nicht ebenſo viel verloren hat? Es ſollte mich nicht wundern, wenn er, nur um uns unglücklich zu machen, abſichtlich ſich in ſchlechte Ge⸗ ſchäfte einließe. Ach, ich habe es wohl geahnt: die

(Heirath meiner Tochter ſollte der Nagel zu meinem gersnoth

Sarg werden. Da iſt Ernſt de Cock, der mich ſeit zwei Jahren mit ſeinem Eiſenbahn⸗Entwurf in Schlaf wiegt. Nun iſt der entſcheidende Augenblick gekommen; ſein Entwurf gelangt in der Deputirten⸗

ſeinigen ein anderer Entwurf auf, welcher der Eiſenbahn eine ganz verſchiedene Richtung gibt. Die Mehrheit ſcheint ihm nicht günſtig. Nach ſo langem Hoffen, nach ſo langem Luftſchlöſſerbauen iſt Ernſt jetzt mit ſeiner Arbeit und ſeinen Opfern ſo weit gekommen. Sei verſichert, ſein Entwurf wird abgelehnt. Wieder hundertzwanzig tauſend Francs verloren!— Und ich ſoll lachen und froh ſein, weil die Zahl unſerer Erben zunimmt, wäh⸗ rend ſich unſere Mittel drohend vermindern? Mein

Gott, was ſoll noch aus den Romys werden? Eine Er ver⸗

alte, reiche Familie, deren Abkömmlinge vielleicht zum Rang von Handwerkern herabſinken.“

Es wurde ſehr heftig an der Hausthüre geläutet.

„Was für ein Lümmel iſt das?“ grollte Romys. „Man wird noch bald die Glocke herunterreißen. Es wird der Milchbauer ſein. Ich weiß nicht, das ge⸗ ringe Volk treibt es gegenwärtig zu einer Unverſchämt⸗ heit... Ei, was hat dieß nun wieder zu bedeuten?