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„Ach nein,“ lautete die bewußtloſe Antwort,„er iſt nicht zu ſprechen; er beräth, er wird begnadigen... nur noch einen Augenblick...“
Der Offizier wiſchte ſich eine Thräne aus dem Auge: dennoch ſchien er unerbittlich den erhaltenen Befehl voll⸗ ziehen zu wollen.
Er rief einige andere Leute aus dem Wachthaus herbei und bedeutete ihnen, daß ſie den Greis aus dem Gefängniß führen ſollten.
Der Brauer, der es bemerkt hatte, ſank weinend an die Bruſt ſeines Sohnes. Beide wechſelten einige fieber⸗ hafte Küſſe. Simon⸗Brutus ſprach das letzte Lebewohl und murmelte tröſtende Worte in ſeines Vaters Ohr. Dann machte er ſelbſt ſeine Arme los und übergab ihn denen, die ihn hindern ſollten, dem Schauſpiele der Hin⸗ richtung ſeines Kindes anzuwohnen.
Simon⸗Brutus wurde auf den offenen Platz ge⸗ bracht, wo die Strafe vollzogen werden ſollte.— Sein unglücklicher Vater ſtand an der Thüre des Wachthauſes und ſah zitternd und vor Ungeduld ſtampfend, die Straße hinab, die zum Rathhaus führte.
Plötzlich entflog ihm ein geller Schrei der Freude, der bis auf den offenen Platz drang und die Soldaten aufmerkſam machte.
Der Brauer war mit aufgehobenen Händen einem Manne entgegen geeilt, der in vollem Trab und athem⸗ los heranſprengte..
„Bruno, Bruno!“ rief er,„raſch, raſch, oder iſt es zu ſpät?“
Aber Bruno ſtürmte ſprachlos an ihm vorüber, eilte durch das Wachthaus auf den offnen Platz, zu den Wachen, die bereits in Reih und Glied ſtanden und nur noch den Befehl des Verurtheilten erwarteten, um ſeine Bruſt mit zehn Kugeln zu durchbohren.
„Haltet ein! Haltet ein!“ rief Bruno,„der Gene⸗ ral pardonirt ihn!“


