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räuſch eines Schlüſſels, den man in die Thüre ſteckte, aus ſeinem träumeriſchen Sinnen.
„Jetzt ſchon?“ rief er.„Ich glaubte noch eine Stunde leben zu können. So ſei es, die Pfeife iſt ausgebrannt...“ 3
Er heftete den Blick mit dem Ausdruck der Verach⸗ tung auf die Thüre; aber kaum war ſie geöffnet, als ein ſeltſamer Schrei ſeiner Bruſt entflog und er mit off⸗ nen Armen ausrief:
„O Vater, ich darf Dich noch einmal umarmen,
ehe ich ſterbe!“
Der alte Mann hing ihm weinend und ſprachlos am Hals und war halb ohnmächtig vor Rührung, ſo ſüße Küſſe drückte ihm ſein Sohn auf die Lippen:
„Ach Vater, wie glücklich bin ich, daß ich Dich
noch einmal ſehen kann! Der einzige Wunſch, der mir
geblieben war... er iſt erfüllt! Sei ſtark, Vater: der Tod erſchreckt mich nicht. Die Thränen, die meinen Augen entrollen, ſind Thränen der Reue, weil mein unerbittlich Schickſal mir die Pflicht auferlegte, Dir Kummer zu bereiten. O, ich liebe Dich doch... am Rande des offenen Grabes ſtand Dein Bild allein vor meinen Augen!“
Der Greis preßte aufs Neue ſeinen Sohn in ſeine
Arme und ſagte in liebevollem Tone:
„Schweige, ſchweige, Simon, es iſt noch Hoffnung Gott wird mein Gebet erhören, man wird Dich be⸗ gnadigen.“
„Armer Vater!“ ſeufzte Simon⸗Brutus.„Weßhalb’ Dir neue Schmerzen bereiten? Fügen wir uns in un⸗ ſer Schickſal...“
„Nein, Simon, verzweifle nicht, mein Sohn. Vielleicht unterzeichnet der General in dieſem Augenblick Deine Begnadigung.“
Ein ungläubiges Lächeln ſchwebte auf den Lippen


