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Einige Stabsoffiziere bildeten augenblicklich einen Kriegsrath und Simon wurde, ganz allein, zum Tod durch Pulver und Blei verurtheilt. Zwei Stunden wurden ihm vergönnt, nm ſich zum Tode vorzube⸗ reiten.
Man hatte ihn augenblicklich in einem beſonderen Ge⸗ bäude gefangen geſetzt und ihm dieſelben Leute zur Bewa⸗ chung gegeben, die nach Verlauf der zwei vergönnten Stun⸗ den auf dem offenen Platze hinter dem Gefängniß ihn er⸗ ſchießen ſollten.
Während der arme Brauer zu Brunos Füßen um Gnade flehte, ſaß Simon Brutus in ſeinem Kerker auf der Ecke einer hölzernen Pritſche. Man konnte auf ſei⸗ nem Geſichte weder Angſt noch Bangen leſen; der nahe Tod ſchien ihn nur in ernſtes Sinnen verſenkt zu ha⸗ ben. Er ſtarrte mit bewegungsloſem Blicke vor ſich hin und ſchüttelte bisweilen mürriſch den Kopf.
Ein tiefer innerer Kampf, der ſich anfangs in leb⸗ haftem Geberdenſpiele geäußert, machte ſich nun in un⸗ beſtimmten Tönen Luft. Es waren eigentlich kein Worte, die ſeinem Munde entfielen: es waren nur Ge⸗ danken, die eine deutliche Form annahmen, und ohne, daß er es ſelbſt wußte, in einem ſtillen Gemurmel um ſeine Lippen ſchwebten:
„Dieſe erbärmlichen Brigands, nun bin ich in ihren Händen. Wie heulten die Tiger um mein Blut; wie glühten ihre Augen bei dem Anblick der Beute! So iſt es nun vorbei mit Simon⸗Brutus; ſein Faden iſt zu Ende geſponnen... Sterben? Es iſt nicht der ſchönſte Theil unſeres Lebens.— Für die gläubigen Schwärmer muß der Tod minder bitter ſein: man hat ihnen weis gemacht, daß es nach dieſer Welt noch ein anderes Leben gebe. Für mich iſt die Kugel das Aller⸗ letzte: die Vernichtung!... Wozu könnten dieſe Ge⸗ danken nützen, gibt es kein Glück mehr, ſo gibt es auch kein Unglück mehr. Und worüber ſollte ich klagen? Die


