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Das Mädchen hatte die Nonnengewänder abgelegt und die Kempentracht wieder angezogen.
Der Paſtor ſprach mit ihr; ihre Aufmerkſamkeit ſchien jedoch durch einen wichtigen Gedanken abgezogen zu werden und wandte unaufhörlich den Kopf nach der Seite des Feldes, wo der Boden ſich nach und nach zu einem Hügel erhob.
Fünf bis ſechs Schritte von Genoveva ſaß der Brauer, Simons Vater, den Kopf in die Hände geſtützt und bewegungslos, als läge er in tiefem Schlafe.
„Armer Vater!“ ſeufzte der Paſtor, indem er einen mitleidigen Blick auf den Brauer warf.„Sein Schmerz iſt unſäglich. Seid verſichert, Veva, der unglückliche Mann ſtibt daran. Ich habe geſtern Abend und einen Theil der Nacht alles gethan, alles geſagt, um ihn zu tröſten.
Der Gedanke, daß ſein Sohn ein Anführer unſerer Ver⸗
folger iſt, peinigt ihn ſo ſchrecklich! Und was zu Heren⸗ thals geſchehen, hat ihm noch tiefer in's Herz gebohrt..
„Er hat auch Grund dazu, Ehrwürden,“ antwortete das Mädchen,„denn er fürchtet, daß ſein Sohn die Mutter Brunos ermorden ließ!“
„Bruno ſcheint es gleichfalls zu fürchten,“ fuhr der Prieſter fort,„aber Ihr ſeid doch überzeugt, Veva, daß ſie ſich in Sicherheit befand, ehe unſere Leute ihren un⸗ glücklichen Freund aus dem Gefängniß befreiten?“
„Ganz gewiß, Ehrwürden. Wohin man ſie geführt, das konnte man nicht ausfindig machen. Alles war zum Voraus berechnet; meine Nichte Kaet würde allein die Schuld treffen und überdies....“
„Ihr erblaßt, Veva, weßhalb erſchreckt Ihr?“
„Nichts, Ehrwürden, ich glaubte Brunos Stimme zu vernehmen.“
„Habt Ihr das nicht alles Bruno auch geſagt, daß er ſo unruhig und ängſtlich iſt?“
„Ja wohl, Vater; anfangs hat er mir geglaubt und ſich über das gefreut, was ich ihm ſagte. Nur ſeit Conſcience, Bauernkrieg. 15


