„O Jan, guter Freund, alles ſteht günſtig. Ich habe ihn geſehen und geſprochen; er ſitzt an der Koei⸗ poort gefangen; der Sergeant der Wache wird mich ein⸗ laſſen. Wenn Ihr muthige Leute bei Euch habt, er iſt bereit!“
„Einen Bogenſchuß von hier liegen Fünfzig verbor⸗ gen im Gebüſch,“ antwortete der Knecht freudig.„O, Veva, daß es uns gelänge! Unſern guten Bruno aus den Händen der Bluthunde zu erlöſen.“
„Zweifelt nicht,“ ſagte das Mädchen mit feſtem Vertrauen.„Gott iſt mit uns; er hat es mir ſchon ſo ſichtbar gezeigt! Vor allem muß meine Nichte in Sicherheit gebracht werden: unter dieſem Vorwande allein hat ſie ihre Einwilligung gegeben, mir zu folgen. Sie wird bei einem Pächter des Kloſters Unterkommen fin⸗ den und dort verborgen bleiben... Nun, gute Nichte, zeige uns den Hof.“
Kaet ſchlug einen Fußpfad ein und brachte ſie bald an ein Bauernhaus, wo ſie anklopfte. Nachdem ſie ein paar Worte mit dem Pächter gewechſelt, der an dem offnen Fenſter erſchien, wurde ſie eingelaſſen und wünſchte ihrer Nichte guten Erfolg.
Sobald die Thüre wieder geſchloſſen war, wandte ſich Jan nach der linken Seite des Hanſes, ergriff ihre Hand und ſagte zu ihr:
„Kommt nun raſch und ſagt mir, was wir thun müſſen, um unſern Plan auszuführen.“
„Ich habe mir unterwegs alles überlegt,“ anwor⸗ tete das Mädchen.„Das Gefängniß Brunos ſtößt bei⸗ nahe an das Thor; deßhalb brauchen wir nicht weit in die Stadt zu gehen. Gott ſelbſt hat es ſo angeordnet. Ich weiß, was ich rufen muß, daß man das Thor auf⸗ ſchließt. Vernehmt deßhalb, was Ihr zu thun habt:
Ihr nähert Euch mit Euren Leuten bis auf einige Bo⸗ genſchüſſe der Stadt; dann laßt Ihr ſie auf dem Boden bis zur Feſtung fortkriechen. Ich gehe allein
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