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merkte das Gefühl von Haß, das ſich in ſcharfem Aus⸗ druck um ihre Lippen zeichnete, obgleich ſie ſich alle Mühe gab, ihre Empfindung zu verbergen. Während ſein fra⸗ gender Blick mit ſteigender Unruhe an ihren Augen haf⸗ tete, rang ſie ihre Hände mit ängſtlichem Zittern aus den ſeinen los.
Simon⸗Brutus, den dieſe unverkennbaren Beweiſe von Haß in ſeinem Gefühle und ſeinem Stolze verletzten, ſtellte ſich wieder an den Tiſch und ſagte in bitterem Tone, noch zitternd vor Zorn:
„Ihr bittet um Gnade! Erringt man ſich ſo die Gnade? Laßt mich hören, welche Gunſt hofft man ſich zu erwerben, indem man uns reizt?“
Die Mutter kroch auf den Knieen herbei, erhob die Hände und ſeufzte:
O Simon Meulemans, ſeht meine Thränen, er⸗ hört mein demüthig Flehen, ſeid barmherzig, ſchont einer Mutter! O ſcheukt mir das Leben meines einzigen Kindes!“
„Das Leben Brunos?“ fragte der Offlzier mit bit⸗ terem Lachen.
„Simon,“ fuhr die ſchluchzende Frau fort und kroch noch näher heran,„als Eure ſelige Mutter krank war, habe ich Euch an meinen Brüſten geſäugt, Euch mit mei⸗ ner Milch genährt. O bei Allem, was Euch theuer iſt, rettet meinen Sohn! Lohnt die Freundſchaft, die ich Eu⸗ ren Eltern erzeigt, nicht mit einem Schlage, der mein Mutterherz zerſchmettern müßte!“
Mit ſichtbarer Gefüblloſigkeit antwortete der Offizier:
„Der Kriegsrath hat ihn verurtheilt, er hat ſeine Strafe verdient Ich kann ſein Schickſal nicht ändern...“
„Doch, Ihr habt die Macht, Simon,“ ſeufzte die Frau,„der General ſchickt mich zu Euch, da Ihr der Einzige ſeid, der mein Kind retten kann. Hat der Krieg auch Euer Herz der Rührung und dem Mitleiden ver⸗ ſchloſſen, o laßt einen einzigen Strahl der Menſchenliebe es noch einmal erhellen. Erinnert Euch, daß die, die vor


