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Der Bauernkrieg (1798) : historischer Roman / von Hendrik Conscience
Entstehung
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Unter der franzöſiſchen Reiterei trat ein augenblick⸗ liches Zaudern ein: ſie wollten zurückweichen, was unter die Bauern einige Verwirrung brachte.„

Bruno, von dem größten Theile ſeiner Leute um⸗

ringt, rief ihnen in dieſem Augenblick verzweiflungsvoll

auf den Feind eindringend zu:

„Freunde, folgt mir! Unſere verwundeten Brüder,

meine Mutter! Sie fallen in die Hände des Feindes! Um Gotteswillen, noch einen letzten Angriff!“

Unverzagt auf die Reiterei eindringend und von ſeinen muthigſten Leuten gefolgt, gelang es ihm, ſich durch den Feind bis zu dem Hauſe durchzuſchlagen, wo er ſeine Mutter und Genoveva bei den Verwundeten zurückgelaſſen. Hier drang jedoch eine größere Maſſe Reiterei auf ihn und ſeine Kameraden ein; die Letzteren wurden zurückgeſchlagen. Bruno ſtand allein und ver⸗ theidigte ſich mit wilder Wuth, bis ihm ein Säbel⸗ hieb die Waffe in der Hand zerſchlug. Zu gleicher Zeit rief ihm eine bekannte Stimme zu:

„Gib Dich gefangen, elender Schwärmer, oder Du biſt des Todes!“

„Ha, Simon! Simon!“ rief Bruno mit bitterem Spotte,„Dein Vaterland unterſtegt: Du ſiegſt.“

Schon waren einige Soldaten herbeigeeilt; das Schwert flog über Brunos Haupt; aber Simon⸗Brutus rief in befehlendem Tone:

„Haltet ein! Nehmt ihn gefangen; Ihr ſeid mir für ſeine Perſon und ſein Leben verantwortlich!“

Inzwiſchen brachen die Franzoſen die Thüren auf,

um die Leute zu ſuchen, die aus Fenſtern und Kellern auf ſie ſchoſſen. Es gelang ihnen auch wirklich, dieſem Kampfe ein Ende zu machen; und bald drangen ſie un⸗ widerſtehlich bis auf den Markt.

Die Bauern hatten endlich ihre Unmacht empfun⸗ den; die Meiſten waren durch andere Thore auf das freie Feld geflohen; viele aber hatten ſich in der Hoff⸗

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