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Der Bauernkrieg (1798) : historischer Roman / von Hendrik Conscience
Entstehung
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hätte denken ſollen, ſie ſeien verfolgt und fliehen vor dem Feinde, hörte man doch keine Gewehrſchüſſe mehr. Deß⸗ halb erwarteten die Bewaffneten ruhig, was geſchehen⸗ würde.

Da die Flüchtigen raſch voraneilten, konnte man bald deutlicher unterſcheiden, was der Zug zu bedeuten hatte.

Es war unverkennbar die Bevölkerung des einen oder andern Dorfes, das der Feind eingenommen, denn man ſah Frauen, junge Mädchen, Kinder und Greiſe darunter. Viele trugen noch einen Pack geretteter Habe, andere hielten ihre Schuhe in der Hand und liefen baarfuß.

Mit grauſem Jammern näherten ſich die Erſten dem Thor der Stadt; man ſuchte ſie zurückzuhalten, um zu wiſſen, woher ſie kamen und was geſchehen war; aber die armen Flüchtlinge ſtrömten ſprachlos und außer Athem in die Stadt. Nur einige antworteten im Vorübergehen.

„Von Waldeghem! Die fliegenden Kolonnen! ſie kommen!“

Ein einziger bewaffneter Mann befand ſich unter der Menge: es war ein ziemlich bejahrter Bauer von kleiner Geſtalt, mit geklümmtem Rücken; er hielt eine Frau an der Hand, die er zu tröſten ſuchte, da ſie der Verzweiflung nahe ſchien. Auf der andern Seite ging ein junges Mädchen, das ſie unterſtützte und deren fun⸗ kelndes Auge und ergreifende Schönheit die Bewunderung der Betrachtenden erregte.

Ein Mann mit grauen Haaren ſchleppte ſich muth⸗ los und müde hinter den Frauen und ihrem Führer fort.

Dieſe vier Perſonen waren Jan der Knecht, Brunos Mutter, ſeine Freundin Genoveva und ihr unglücklicher Nachbar, der Brauer, Simons Vater.

Der Zug der Flüchtlinge dauerte ziemlich lange; Viele, von dem Marſche ganz erſchöpft und an den Füßen verwundet, hatten den Erſten nicht folgen können und waren zurückgeblieben; aber die Furcht trieb ſie fort und nach und nach kamen auch ſie nach der Stadt.