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Der Bauernkrieg (1798) : historischer Roman / von Hendrik Conscience
Entstehung
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finden... Du darfſt nicht da bleiben, Maria; geh⸗ hinauf und ſei ohne Sorgen: wenn wir dem Soldaten den Wein geben, den er verlangt, ſo wird er zufrieden ſein. Er wird höchſtens ein paar rauhe Worte ausſtoßen und Lärm machen, der Dich nicht ängſtigen darf.“

Die Frau antwortete nicht, ſondern blieb, den Kopf auf die Hände geſtützt, ſitzen.

„Wenn Du nicht in Dein Zimmer gehen willſt, Ma⸗ ria, ſo bleibe noch einige Zeit; aber geh' wenigſtens ohne Aufſchub ſobald geklopft wird.“

Obſchon der Notar ſeine Gattin zu tröſten ſuchte, war ihm doch bange um's Herz.

Beide blieben unter düſtern Geſprächen ſitzen und harrten der Ankunft des Soldateu.

Es war bereits geraume Zeit verfloſſen, und ſie ſchmeichelten ſich ſchon mit der Hoffnung, der gefürchtete Beſuch werde ausbleiben, als ein ſchwerer Schlag auf die Thüre und das Klirren eines Säbels ſie aufſchreckte.

Die Frau lief zitternd die Treppe hinauf.

An der Thüre fragte der Notar in franzöſiſcher Sprache:

„Wer iſt da?“

„Ein Korporal der franzöſiſchen Republik,“ wurde geantwortet.

Der Notar ſchob die Riegel weg und öffnete die Thüre.

Ein Soldat mit dem bloßen Säbel in der Hand ſprang herein, ſchwang die Waffe über ſeinem Kopfe, lief durch das Zimmer, ohne des Notars zu achten und rief:

„Wo iſt der Spitzbube? daß ich ihn entzwei haue, den Verräther. Wie, einen Soldaten der franzöſiſchen Republik eine Stunde Wegs umzuführen, ihn in einen Abgrund mit ſtinkendem Waſſer fallen laſſen! Wo iſt der Räuber, der Brigand?“

„Was verlaugt Ihr, mein Herr?“ fragte der ge⸗ ängſtigte Notar.

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