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In dem großen Zimmer daneben, wo Bruno ſich mit ſeinen Kameraden befand, war es weit ruhiger, als in der Scheuer. An gewiſſen Zeichen der Kleidung der Soldaten, die in dem Zimmer um eine große Tafel her ſaßen, konnte man ſehen, daß Simon Brutus nur die Offiziere, die Korporals mit eingerechnet, in ſeine Ge⸗ ſellſchaft zugelaſſen.
Auf dem Boden an der Mauer war Bettzeug zwi⸗ ſchen Strohbündeln ausgebreitet; an den Wänden hingen Säbel, Gewehre und Patrontaſchen.
Simon⸗Brutus, mit einer rothen Mütze auf dem Kopfe, ſaß an dem obern Ende des Tiſches; er hatte Papier und Federn vor ſich liegen und ſchien zu ſchreiben.
Die Andern ſaßen vor einer großen Stoop(Kanne zu vier Maaß) und tranken Gerſtenbier aus ſteinernen Pinten. So oft ſie ſich eine neue Pinte aus der Stoop eingeſchenkt, goßen ſie aus einer gewöhnlichen Flaſche etwas deſtillirten Branntwein hinein. Obſchon an ihrem Murren zu erkennen war, daß ſie das Getränke nichts⸗ deſtoweniger matt und ſchlecht fanden, konnte man aus ihren rothen Geſichtern und wirren Blicken ſchließen, daß
ſie bereits mehr als eine Stoop Bier und mehr als eine Flaſche Branntwein getrunken hatten. Hier wurde natürlich nur die franzöſiſche Sprache gehört; denn außer Simon⸗Brutus waren alle Soldaten Fremde und ver⸗ ſtanden kein einzig Wort niederländiſch.
Ein Sergeant wandte ſich in dieſem Augenblick an
Simon⸗Brutus und ſagte:
„Ah ca Citoyen commissaire, Ihr müßt geſtehen, daß Euere Heimath ein verfluchtes Land iſt und nicht mal dazu taugt, eine Colonie franzöſiſcher Bettler hier einzurichten. Wie? Wir kommen hierher, um dieſes Sklavenvolk von ſeinen Tyrannen zu befreien; wir brin⸗ gen ihnen die Freiheit, wir ſchlagen uns für ihre Un⸗ abhängigkeit... und zur Belohnung geben ſie uns Erdäpfel und Dickmilch! Glauben ſie denn, daß die


