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Der Bauernkrieg (1798) : historischer Roman / von Hendrik Conscience
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der Emporkirche hören: die übrigen Glieder der St. Cäciliengilde waren der Conſcription verfallen und in die Wälder geflüchtet. Viele von ihnen ſtanden in der Nähe des Sebaſtian⸗Altares.

Der Geſang war ſo traurig und ſchleppend, die Orgel klang ſo kreiſchend, ſo tief waren die Häupter der Gemeinde auf die Gebetbücher herabgeſenkt, aller Herzen ſo ſehr mit Angſt und Kummer erfüllt, daß beim Anblick der großen Trauer dieſer Gemeinde den Fremden ein unheimlich Bangen hätte ergreifen müſſen.....

Als der Prieſter ſich umwandte, um den Gläubigen den Segen zu ertheilen, und jeder das Haupt erhob, fielen zwei glänzende Thränen über ſeine Wangen.

Dieſer Anblick erſchreckte die Anweſenden wie ein Blitzſtrahl. Eine allgemeine Bewegung entſtand unter der Gemeinde, die Frauen und Mädchen beugten ſich in ſtilem Weinen, die Männer ſahen einander mit tiefer Beklemmung an und ſchienen ſich zu fragen, was dies furchtbare Räthſel zu bedeuten habe.

Der Prieſter hatte ſich inzwiſchen wieder nach dem Altar gewandt.....

Püötzlich erſcholl an der Eingangsthür ein furcht⸗ barer Schrei, eine mächtige Stimme erfüllte die ganze Kirche wie ein rollender Donner, und man hörte die Worte:

„Au nom de la loi, que personne ne bouge iei! Fermez toutes les issues*).

Fünfzig wilde Stimmen antworteten in jauchzendem Geſchrei:

Vive la République française! Liberté, Egalité, Fraternité ou la mort!“*). 3

²) Im Namen des Geſetzes! Niemand rühre ſich von der Stelle! Man ſchließe die Eingänge!

*½) Es lebe die franzöſiſche Republik! Freiheit, Gleichheit Brüderlichkeit, oder der Tod. z Zizeit,