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den gerühmten Lobgeſang. Dieſe Worte waren an einen ziemlich alten Mann mit gebeugtem Rücken und verwelk⸗ tem Geſichte gerichtet, der einige Schritte vor ihm an dem Pfeiler kniete.
Was er ſagte, mußte den alten Mann tief entrüſten, denn er knirſchte zornig mit den Zähnen und fuhr ihn mit dem bitterſten Ausdruck der Verachtung an:
„Schweig, gottloſer Menſch, Du biſt nicht werth, Bruno's Schuhe zu binden.“
Die Umſtehenden gaben mit ihren Blicken deutlich zu erkennen, daß ſie dem alten Manne beipflichteten; einige entfernten ſich ſogar mit Abſchen von dem trotzigen Jüng⸗ ling. Dieſer aber lachte ſpöttiſch, als er es ſah und zuckte mit den Achſeln. Er wollte gewiß den alten Mann auf's Neue kränken, als ſich plötzlich die Seitenthüre bfhee. und aller Aufmerkſamkeit ſich nach dieſem Punkte richtete.
„Bruno!“ ſagte der alte Mann mit Freude.
„Veva!“ murmelte der Spötter mit zornſprühendem Blicke.
Ein Jüngling von hohem Wuchſe, angenehmer Ge⸗ ſichtsbildung und beſcheidenem Weſen trat mit einem großen Blumenſtrauße in die Kirche; mit ihm erſchien ein ſehr junges Mädchen, kaum den Kinderjahren ent⸗ wachſen, doch ſchon ein ſtattliches Frauenbild und ſo regelmäßig, ſo fein, ſo edel von Geſicht, daß ihr An⸗ blick jeden bezaubern und entzücken mußte.
Es war Genoveva, die einzige Tochter des Kü⸗ ſterſchulmeiſters, der ſeinem angebeteten Kinde alle Liebe ſeines Herzens zugewandt und ihr ſo reiche Kenntniſſe beiebracht, daß ſie unter den Bauern für ein Wunder galt.
Das Mädchen hielt gleichfalls einen Blumenſtrauß in der Hand und nahm auch den, welchen ihr Freund getragen.—
Sie ging langſam über den Chor, ſtieg die Stufen
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