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welche verrieth, daß die jüngſte Tochter bei all ihren Feh⸗ lern doch der Liebling der Gouvernante war.— Sind Sie wohl? Und was hat Ihnen das Concert von geſtern Abend angethan? Welche Art von Leiden hat jene Aus⸗ ſihenns dieſen Morgen für Ihren Körper zur Folge gehabt?
— Leiden?! wiederholte Magdalene, die eben wieder zu Athem und zugleich wieder zum Gebrauch ihrer Zunge gekommen war. Ich weiß nicht, was das Wort bedeutet; wenn es etwa auf mich geht, ſo bin ich ausnehmend wohl. Leiden? Ich bin gleich zu einem Concert für heute Abend bereit, zu einem Ball für morgen und einem Schauſpiel für übermorgen. O, rief Magdalene, indem ſie ſich in einen Stuhl warf und mit haſtiger Bewegung ihre Hände übers Kreuz auf den Tiſch legte, wie liebe ich das Ver⸗ gnügen!...
— Sieh mal an, das iſt auf jeden Fall deutlich ge⸗ ſprochen! ſagte Miſs Garth. Ich denke, Pope wird Sie gemeint haben, als er ſeine berühmten Verſe ſchrieb:
Vertheilt iſt Scherz und Ernſt in Männerbruſt, Doch jede Frau im Herzen fröhnt der Luſt.*)
— Ein kleiner Teufel iſt ſie! rief Mr. Vanſtone, der eben, die Hunde hinterdrein, ins Zimmer trat, als Miſs Garth ihr Citat zum Beſten gab. Gut; lebt und lernt. Wenn Ihr Alle der Luſt fröhnt, Miſs Garth, werden die Geſchlechter vertauſcht und auf den Kopf geſtellt werden, und uns Männern wird nichts übrig bleiben, als zu Hauſe zu hocken und Strümpfe zu ſtopfen.— Doch früh— ſtücken wir nun!
— Wie gehts Dir, Papa? ſagte Magdalene und fiel Mr. Vanſtone ſo ungeſtüm um den Hals, als ob er nur einer etwas größern Art Neufundländer angehörte und bloß dazu da wäre, ſich mit der Tochter nuch deren Gefallen herumzutummeln.— Ich lebe für das Vergnügen,
*) Men some to business, some to pleasure ta e, But every woman is at heart a rake.
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dem kannſt
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