Teil eines Werkes 
3. Bd. (1862)
Entstehung
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viel Zeit hinreichen wird, um den Sonnenſchein wieder zu uns zurückzubringen, ſondern wie viel Beſchäfti⸗ gung wir haben, die uns vorwärts an den Platz bringt, wo der Sonnenſchein auf uns wartet. Die Zeit kann viele Siege für ſich beanſpruchen, aber nicht den Sieg über den Gram. Der Haupttroſt über den Verluſt theurer Angehöriger, welche in das Jenſeits eingegangen, iſt in der großen Nothwendigkeit, an die Lebenden, welche noch da ſind, denken zu müſſen, zu finden.

Die Geſchichte von Roſamunde's täglichem Leben, jetzt, wo das Dunkel eines ſchweren Herzenskummers ſich darauf niedergeſenkt hatte, war an und für ſich ein ge⸗ nügender Beleg für die Wahrheit dieſer Behauptung. Als die ganze Kraft, ſelbſt ihres ſtarken Charakters, durch den unausſprechlichen, furchtbaren Schlag des plötz⸗ lichen Todes ihrer Mutter niedergeworfen worden, war es nicht der langſame Verlauf der Zeit, der ſie wieder aufrichten half, ſondern die Nothwendigkeit, welche nicht auf die Zeit wartete die Nothwendigkeit, welche ſie an das erinnerte, was ſie ihrem Gatten ſchuldig war, der ihren Kummer theilte, dem Kinde, deſſen junges Leben mit dem ihrigen zuſammenhing, und dem alten Manne, deſſen hülfloſer Schmerz keinen andern Troſt fand, als den, welchen ſie ihm geben konnte und deſſen Reſignation nur ein Vorbild in der ihrigen fand.

Gleich vom Anfang an war die Aufgabe, ihn auf⸗ recht zu erhalten, blos ihr zugefallen. Ehe noch die erſte Stunde der Nacht auf das Ende des Tages folgte, ward Roſamunde von dem Bett ihrer Mutter durch die Nothwendigkeit hinweggeriſſen, ihm bis an die Thür