Teil eines Werkes 
3. Bd. (1862)
Entstehung
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Nachdem ſie das Waſſer auf einen Tiſch in einer Ecke geſetzt, verſchloß ſie geräuſchlos erſt die in die Bibliothek und dann die hinaus auf den Corridor füh⸗ rende Thür.

Leonard, welcher hörte, daß ſie ſich umherbewegte, rieth ihr, doch lieber ruhig auf dem Sofa ſitzen zu blei⸗ ben. Sie ſtreichelte ihm die Wange und ſtand im Be⸗ griff, eine geeignete Antwort zu geben, als ſie zufällig ihr Geſicht in dem Spiegel erblickte, unter welchem er ſaß.

Der Anblick ihrer bleichen Wangen und verſtörten Augen hemmte die Worte auf ihren Lippen. Sie eilte fort nach dem Fenſter, um einen Hauch der Luft zu erhaſchen, welche von dem Meere her ihr zuwehte.

Der Sonnennebel barg immer noch den Horizont. Näher war die ölige, farbloſe Fläche des Waſſers gerade ſichtbar und hob ſich von Zeit zu Zeit in einer ein⸗ tönigen Woge, welche ſich glatt und endlos hinausrollte, bis ſie ſich in dem weißen Dunkel des Nebels verlor.

Dicht am Strande war die ſonſt ſo toſende Bran⸗ dung kaum zu hören. Kein Geräuſch kam von der Bucht, ausgenommen in langen, ermüdenden Zwiſchen⸗ räumen, wenn ein kurzer Schlag und ein dumpfes, eben nur hörbares Plätſchern den Fall einer kleinen, winzi⸗ gen Welle auf den glühendheißen Sand verkündete.

Auf der Terraſſe vor dem Hauſe war das eintönige Summen der Sommerinſecten alles, was von Leben und Bewegung ſprach. Keine menſchliche Geſtalt war irgendwo an der Küſte zu ſehen; keine Spur von einem Segel dämmerte durch die Hitze auf dem Meere, kein